6B Logo

Informationsmanagement mit DokuWiki

Informationsmanagement ist ein großes Wort, unter dem sich jeder etwas anderes vorstellen wird. Bei uns herrscht jedenfalls – jenseits der Kernbereiche Buchhaltung, Adressen und Termine, die erfreulich reibungslos funktionieren – traditionell ein fröhliches Durcheinander aus Notizzetteln bzw. -büchern und öfters wechselnden digitalen Pendants (zuletzt eine ältere Freeware-Version von MacJournal). Besser gesagt: herrschte. Bis unlängst ein Geistesblitz dergestalt einschlug, doch mal zu versuchen, eine Wiki-Software dafür einzusetzen.

Unsere Erfahrungen mit Wikis tendierten bis dato gegen null, sieht man von Wikipedia und Kenntnissen der grundlegenden Beschaffenheit einmal ab. Also galt es zunächst, sich für eine geeignete Lösung zu entscheiden. Die bekannteste Anlaufstelle dafür dürfte Wikimatrix sein, wo sich die Fähigkeiten einer Vielzahl von Paketen in einer gigantischen Tabelle vergleichen lassen. Leider liegt die Betonung auf »gigantisch«, ein handelsübliches Browserfenster ist mit der Informationsdichte ziemlich überfordert, der Vergleich gerät denn auch entsprechend mühsam. Eher nach Gefühl also entschlossen wir uns schlussendlich für DokuWiki, vermutlich, weil es den aufgeräumtesten Eindruck machte.

DokuWiki Editor

Die Installation erforderte zwar einiges an Handarbeit, nach einem Viertelstündchen stand aber zumindest die Basiskonfiguration und wir konnten loslegen. Wo das Ganze läuft ist (fast) egal, wichtig ist nur, dass PHP funktioniert, ein Server muss es also in jedem Fall sein. Unnötig hingegen ist eine Datenbank, die Seiten werden als Textfiles abgelegt, was nicht zuletzt Backups vereinfacht. Sehr gut gefällt uns die Option, Seiten in »Namensräume« einzuteilen, damit lassen sich einerseits die Inhalte schön gliedern, andererseits finden sich die Namensräume auch in der Verzeichnisstruktur der abgelegten Textfiles wieder – spätestens nach einigen hundert Seiten wird man dafür dankbar sein. Theoretisch ist auch die Benutzerverwaltung gut gelöst, man kann Gruppen anlegen und jeder Gruppe individuelle Rechte verleihen, wobei jeder Benutzer verschiedenen Gruppen angehören kann. Praktisch fehlt dazu nur noch ein Interface, das erst für kommende Versionen angekündigt ist, bis jetzt muss man sich noch mit dem Texteditor behelfen. Wer dem eingebauten ACL-Feature (Access Control List) nicht traut, kann das Wiki-Verzeichnis auch (zusätzlich) via .htaccess schützen, im Gegensatz zu einigen anderen Lösungen funktioniert das mit DokuWiki problemlos.

Das Arbeiten im Wiki ist in gewisser Weise faszinierend. Die Syntax hat man nach ein paar Seiten verinnerlicht (wenn nicht, gibt es auch Syntax-Plug-ins, etwa für Textile) und alles geht sehr schnell und leicht von der Hand. Man fragt sich, warum Wikis in Unternehmens-Intranets nicht schon längst Standard sind, das Anlegen und Verwalten von Inhalten dürfte für ungeübte Mitarbeiter damit allemal einfacher sein als mit den meisten verbreiteten Groupware-, CMS- oder sonstigen Lösungen, deren spezifische Stärken oft weder benötigt noch ausgereizt werden. Nun gut, was nicht ist, kann ja vielleicht noch werden. Im Zweifelsfall gilt wie immer: ausprobieren – viel kaputtgehen kann dabei nicht.

Anmerkungen

  1. #1 | Uwe Keim | 23.01.06, 13:41

    Nette Idee! Cool fände ich auch ein “Desktop-Wiki”, so als Konkurrenz zu Microsofts Office 2003 OneNote.

    Dann aber wirklich einfachst zu bedienen und mit intuitivem WYSIWYG-Editor.

  2. #2 | Ralf Schmid | 23.01.06, 16:38

    DokuWiki kann auch als Desktop-Version laufen, sofern der Rechner in der Lage ist, PHP auszuführen, sprich: ein Server installiert ist.

    Prinzipiell gefallen aber zumindest mir die zunehmenden Möglichkeiten, vom Desktop gerade wegzukommen (Plattformunabhängigkeit, jederzeitiger, räumlich nicht begrenzter Zugriff etc.).

Sie müssen alle Felder mit * ausfüllen, Ihre ggfls. eingetragene E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. HTML wird gelöscht, Eingeweihte können Textile benutzen.






Journal abonnieren