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Die Verbreitung von WordPress in der Bloggerwelt ist inzwischen schon atemberaubend zu nennen, was auf mehreren guten Gründen beruht. Auch wenn es sich ebenso gut als CMS für »normale« Websites einsetzen lässt (wie der Kollege Perun hier und da zeigt), punktet es doch in erster Linie mit ausgereiften Blogfeatures. Unterstützend wirkt sich ganz sicher auch die ausufernde Gemeinde aus, die sich mit zahllosen Plug-Ins, Themes und anderen hilfreichen Dingen um das System herum gruppiert hat.
WordPress basiert auf MySQL und PHP, es ist ein Open Source System und frei erhältlich. Die Installation auf dem Server lässt sich kaum noch einfacher denken, das Paket wird auf den Server geladen, beim ersten Start des Backends werden die Datenbankparameter abgefragt, mit denen das System selbstständig die Datenbank einrichtet, das war es schon, man kann jetzt direkt loslegen.

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Sehr gut gelöst ist das Konzept der »Themes«. Ein Theme kümmert sich um das, was am anderen Ende beim Besucher ankommt. Es besteht aus Strukturbausteinen (Seitentemplates, Inhaltskomponenten aus der Datenbank etc.) und CSS-Anweisungen. An dieser Stelle trennt sich die Spreu vom Weizen: wer sich um Aufbau und Aussehen des Outputs weniger sorgt, der greift zu einem fix und fertigen Theme, zwei sind in der Standardinstallation bereits enthalten, mehrere hundert weitere lassen sich kostenlos herunterladen. Die Einbindung eines Themes bereitet keinerlei Schwierigkeiten, es wird in das Themeverzeichnis kopiert und im Backend mit einem Klick aktiviert. Auf diese Weise ist es selbst relativ Unbedarften möglich, in wenigen Minuten den kompletten Rahmen einer leistungsfähigen und komfortabel zu verwaltenden Website aufzubauen, ohne dass dazu auch nur eine einzige Zeile Code geschrieben werden muss.
Wer HTML und CSS beherrscht und auch vor PHP nicht zurückschreckt, schreibt sich ein eigenes Theme. Die Vorteile sind klar, weder beim Design noch bei den ausgegebenen Elementen müssen Kompromisse geschlossen werden, alles kann bis in feinste Details gesteuert werden. Dazu werden Templates für die verschiedenen Ausgabeseiten geschrieben (Standard, Einzelansicht, Archive etc.), die sich dadurch vereinfachen lassen, dass wiederkehrende Fragmente (Kopfbereich, Navigation, Fußbereich etc.) als Bausteine angelegt und in die Templates eingebunden werden. WordPress kennt dabei zwei unterschiedliche Inhaltstypen, einerseits blogtypische Artikel, die in einen zeitlichen Fluss eingereiht werden und andererseits (statische) Seiten, die außerhalb dieses Flusses laufen.
Alle Templates und Bausteine können aus HTML und PHP bestehen, den Designpart übernimmt wie gewohnt ein ausgelagertes CSS-File (oder mehrere). Beim PHP-Coding muss mitnichten bei Null begonnen werden, zur Verfügung steht eine stattliche Anzahl sog. Template-Tags, mit denen sich quasi alles aus der Datenbank holen lässt, was in ihr steckt, die Ausgabedetails lassen sich mit zugehörigen Tag-Parametern kontrollieren.

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Erwähnenswert ist sicher noch die Mehrsprachigkeit des Systems. Die entsprechende Sprachdatei wird in das Sprachverzeichnis kopiert und im config-File vermerkt, dann erscheint sowohl das Backend als auch die Website in der gewählten Sprache, Letzteres zumindest theoretisch, was den teillweise etwas schlampigen Theme-Autoren geschuldet ist. Die Idee ist eigentlich, bestimmte Elemente »weich« zu codieren, was meint, die sprachliche Ausformung offen zu lassen, damit sie automatisch aus der Sprachdatei eingelesen wird. Selbst das Standard-Theme »Kubrick« schert sich darum aber nicht sonderlich, zahllose Elemente sind ohne Not »hart« codiert, was dazu führt, dass viele Sites, denen das Theme übergestülpt ist, mit einem wüsten Sprachmischmasch daherkommen. Bei eigenen Themes entfällt das Problem, entsprechende Sorgfalt natürlich vorausgesetzt.
Wunde Punkte gibt es relativ wenige. Wie bei den meisten derartigen Systemen gibt es einige Inkonsistenzen, bei denen man mitunter ins Grübeln kommt. Je nach dem Grad des Kontrollbedürfnisses kann es sich als nötig erweisen, auch Code außerhalb des Themes zu modifizieren, was so erstens nicht gedacht ist und zweitens das Update auf die nächste Version zum Vabanquespiel macht.
Sicher keine Sternstunde ist die Oberfläche des Backends, also der Verwaltungsseite, sie ist weder schön noch praktisch. Glücklicherweise gibt es auch dafür einige Themes, ein besonders gelungenes ist das »Tiger Admin Theme« (das den Explorer für Windows außen vor lässt).
Die Dokumentation ist zumindest in englischer Sprache für ein Open Source Projekt außergewöhnlich gut und nahezu vollständig, an der deutschen Fassung arbeitet eine Gruppe Freiwilliger mit einigem Fleiß und das Ganze nimmt durchaus Form an.
Fein abgestufte Benutzerrechte und die weitestgehend intuitive Bedienbarkeit des Backends sorgen dafür, dass sich WordPress nach unserer Auffassung sehr gut als CMS für Ungeübte eignet, die Kunden, bei denen wir es eingesetzt haben, stießen bislang jedenfalls vor keine nennenswerten Probleme. Insgesamt also eine feine Sache, die wir hier in nächster Zeit sicher noch vertiefen werden.