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Ciao bella

Haben Sie eine Vorstellung, was »digital assets« sind? »Digital« sollte klar sein, aber wenn Sie »asset« nachschlagen, ist reichlich wolkig von Anlage, Bestand, Kapital und Wirtschaftsgut die Rede. Alles und jedes kann offenbar ein asset sein, übersetzen wir es also am besten mit »digitalem Gedöns«: Bilder, Grafiken, Audiodaten, Filme, Schriften und was sonst noch so alles kreucht und fleucht auf zeitgenössischen Rechnern.

Selbst wer lediglich privat mit seiner Digitalkamera knipst und seine MP3-Sammlung verwaltet, kommt gelegentlich ins Grübeln, wie sich die Datenflut am besten organisieren lässt. Im Agenturalltag schraubt sich das eben entsprechend hoch: hundert oder mehr »assets« sind selbst bei kleinsten Jobs schnell mal im Spiel und bei komplexen Projekten reden wir von -zig oder hunderttausend – nach bald 1O Jahren im Geschäft können Sie vielleicht ermessen, was sich assetmäßig so angesammelt hat bei uns.

Zum Glück gibt es DAM. DAM steht für »Digital Asset Management« und bezeichnet Software, mit der sich — weniger dröhnend ausgedrückt – Daten katalogisieren und organisieren lassen, und den Status als »industry leader« dieses Genres reklamiert ein Produkt für sich, das wir in der Tat lange einsetzten: iView MediaPro.

Ursprünglich handelte es sich um lupenreine Mac-Software, und die war – verglichen mit allem anderen, was es damals zum Thema gab – richtig klasse. Intuitiv bedienbar, schön schlank, schön schnell und kompatibel mit einer Vielzahl von Datenformaten, dazu allerlei intelligente und kraftvolle Features – kurzum: ein wichtiges, geradezu unverzichtbares Werkzeug. Shareware übrigens, zu haben für die damals üblichen 50 DM oder so. Extensis Portfolio und andere kostspielige Major-Konsorten, die sich auf demselben Markt tummelten (bzw. es immer noch tun), konnten Sie getrost knicken im Vergleich: zu träge und behäbig kamen sie daher.

iView MediaPro

Die Betonung liegt leider auf Vergangenheit signalisierenden Worten wie »war« und »gab«. Inzwischen ist nämlich alles etwas anders. Los ging es vielleicht damit, dass MediaPro (das vorher »Multimedia« hieß) plötzlich keine Shareware mehr sein wollte. Wohl um die alte Anhänger-Schar nicht zu vergraulen startete (wenn die Erinnerung nicht trügt) damals auch das Geeiere mit und ohne »Pro«, »OhnePro« blieb so eine Art Shareware, »Pro« sollte »richtige« Software werden. Was sich freilich mehr in der Preisgestaltung niederschlug als in der weiteren Entwicklung – die war nämlich nicht so berauschend, sondern folgte dem oft zu beobachtenden Phänomen, bekannte Probleme und Ungereimtheiten einfach zu ignorieren und von einer Version in die nächste zu verschleppen, um sich stattdessen voll darauf zu konzentrieren, neue, möglichst spektakuläre Features (inkl. neuer Probleme) einzubauen. Aus Marketingerwägungen mag das sinnvoll sein, tatsächlich herauskommen tut »Bloatware«, aufgeblähte Softwaremonster, die angeblich alles können, dummerweise nichts davon so richtig gut.

Inzwischen ist MediaPro, das längst auch für Windows zu haben ist, bei Version 3 angelangt – nach allem, was man hört, eine ziemliche Katastrophe. Beim Hören wird es aber ab sofort bleiben, ein Update werden wir ganz sicher nicht mehr erwerben: es schlägt mit satten 109,00 € zu Buche, was angesichts der gerade mal 60 € teureren Vollversion einigermaßen dreist ist. Das allerbeste aber zum Schluss: Ende Juni dieses Jahres wurde iView von Microsoft übernommen, spätestens damit sollte klar sein, dass am Ende genau der unbenutzbare Murks stehen wird, der sich bei iView schon seit längerem abzeichnet und den man aus dem Hause Microsoft zur Genüge kennt – insofern passt es ja wieder.

(Wir sind jedenfalls fertig damit und testen im Moment Alternativen – nein, iPhoto ist keine, das ist eher nett gemachter Spielkram. Im Moment deutet vieles auf QPict aus Schweden hin, für abschließende Bewertungen ist es aber noch zu früh.)

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