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dpi & ppi – das Einmaleins der Auflösung

Digitalkameras und Scanner sind Utensilien, mit denen nahezu jeder längst wie selbstverständlich hantiert. Dem steten Bemühen der Industrie sei Dank, hat sich die Bedienung dieser eigentlich recht komplexen Geräte auf das Drücken von Knöpfchen reduziert, was kaum jemandem Probleme bereitet. Anders sieht es aus, wenn es an die Weiterverarbeitung geht, etwa als Druck oder Abzug auf Fotopapier, jetzt kommen Begriffe wie »Auflösung«, »dpi« und »ppi« ins Spiel, für viele Bildfreunde ein Buch mit sieben Siegeln.

Dabei ist alles nur halb so wild. Ein wenig Verständnis des Aufbaus digitaler Bilder und ein paar einfache Rechenaufgaben, schon haben Sie die Sache im Griff. Beleuchten wir zum Einstieg erst mal das Bild, besser gesagt dessen kleinsten Baustein:

Das Pixel

Pixel (px) ist ein Kunstwort aus Picture Element und bezeichnet die kleinsten Einheiten, aus denen sich jedes elektronische Bild zusammensetzt. Sie können sich das vorstellen wie ein Blatt Rechenpapier, auf dem jedes Kästchen eine ganz bestimmte Farbe hat. Wenn Sie weit genug vom Blatt weg gehen, werden Sie die Kästchen nicht mehr als solche erkennen, sondern einen mehr oder minder fließenden Farbübergang wahrnehmen. Dasselbe Prinzip liegt auch jedem Computer- und Fernsehbildschirm zugrunde, er besteht aus einer Anzahl von Pixeln in der Breite und der Höhe, von denen jedes in einer bestimmten Farbe leuchtet. (Wenn Sie eine Lupe an den Monitor halten, können Sie die Pixel wahrscheinlich deutlich erkennen.)

Ein elektronisches Bild ist vorerst ein körperloses Ding, eine reine Information für den Bildschirm, welche Pixel in welcher Farbe leuchten sollen. Die Bildfläche wird also in ein Gitter aus Pixeln aufgelöst, daher der Begriff »Auflösung«.

Pixel in 6-facher Vergrößerung
Pixel sichtbar gemacht: der Kreissausschnitt in 6-facher Vergrößerung

Die Pixel selbst sind ziemlich klein, was sich merkwürdig unpräzise anhören mag, tatsächlich sind sie Gebilde ohne fix definierte Größe. Zur Verdeutlichung haben wir den Meterstab mal an zwei Monitore gehalten, ein 19-Zoll-Modell und den 12-Zoll-Schirm eines Laptops. Beide haben die selbe Auflösung von 1.024 x 768 px, der eine misst in der Breite 395 mm, der andere 245 mm. Um die Breite eines Pixels zu ermitteln, dividieren wir die Bildschirmbreite durch die Anzahl der Pixel:

Pixel A = 395 mm : 1.024 ≈ 0,386 mm
Pixel B = 245 mm : 1.024 ≈ 0,239 mm

Anders herum lässt sich die Auflösung der meisten Monitore auch verstellen, beim 19-Zöller z. B. auf 1.280 x 960 px. Die Breite des Pixels verringert sich also:

Pixel A2 = 395 mm : 1.280 ≈ 0,309 mm

Die Ergebnisse als solche sind absolut uninteressant, Sie müssen nur verstehen, dass ein Pixel keine Größe im Sinne eines Millimeters oder Zentimeters besitzt, sondern den x-ten Bruchteil einer (variablen) Bildschirmfläche darstellt. Verlassen wir aber den Bildschirm und wenden uns dem digitalen Bild zu. Ein solches kann auf zweierlei Art zustande kommen, mittels Digitalkamera oder Scanner. Bei beiden Geräten begegnen wir wieder den Pixeln:

Die Digitalkamera

Vereinfacht ausgedrückt, erfasst das Objektiv der Kamera einen Ausschnitt der Welt, löst ihn in Pixel auf und speichert diese Information auf einer Karte. Beim Betrachten der Aufnahmen wird die Dimensionslosigkeit der Pixel deutlich: das Mini-Display der Kamera zeigt exakt dasselbe wie der Bildschirm des Computers, nur die Größe der Pixel unterscheidet sich erheblich.

Die Auflösung der Kamera, also die Anzahl von Pixeln in Höhe und Breite, in die sie das Motiv auflöst, weicht von Modell zu Modell ab, zudem können die meisten Kameras verschiedene Auflösungen. Eine relativ gebräuchliche beträgt z. B. 2.560 x 1.920 px. Wenn Sie beide Werte multiplizieren, erhalten Sie grob fünf Millionen Pixel, oder flockiger: 5 Megapixel.

In einschlägigen Werbeanzeigen werden diese Megapixel fast immer als wichtiges Leistungsmerkmal angepriesen. Wenn die Pixel, wie wir gesehen haben, keine feste Größe haben, mag Ihnen das sinnlos erscheinen. Dass die Auflösung der Kamera ein interessantes (aber mitnichten das einzige) Argument ist, wird einsichtig, wenn Sie rekapitulieren, was bei der Aufnahme geschieht:

Befestigen Sie die Kamera einmal gedanklich auf einem Stativ und denken Sie sich ein Motiv dazu, das Sie für die Nachwelt festhalten möchten, beispielsweise dieses formschöne Tier:

Ausgangsbild Insekt in der Totalen

Ohne dass sich Ihr Motiv ändert, stellen Sie jetzt – in der Hoffnung, dass das Insekt still sitzen bleibt – nacheinander verschiedene Auflösungen ein, als erstes die bekannten 2.560 x 1.920 px. Das Motiv wird damit in 2.560 Pixel in der Breite und 1.920 Pixel in der Höhe aufgelöst. Schalten Sie auf 640 x 480 px herunter, wird dasselbe Motiv folglich in wesentlich weniger Punkte aufgelöst. Wir erinnern uns: jedes Pixel hat genau eine Farbe, eine weitere Unterteilung findet nicht statt. Also wird das Pixelgitter im ersten Fall ungleich feinmaschiger sein als im zweiten, was zu wesentlich differenzierteren Farbabstufungen und Details führt.

Detaildarstellung verschlechtert sich bei abnehmender Auflösung

Die Abbildung zeigt immer denselben Motivausschnitt, die Auflösung wurde bei der Aufnahme um jeweils 70% verringert, alle drei Ausschnitte wurden anschließend auf dieselbe Größe gebracht. Der Qualitätsverlust ist deutlich erkennbar, mit den Konsequenzen in der Praxis werden wir uns später noch näher beschäftigen.

Der Scanner

Auch wenn ein Scanner technisch anders arbeitet, besteht eine enge Verwandtschaft mit der Digitalkamera, nur dass Sie damit nicht mehr die Welt um sich herum in Pixel auflösen, sondern eine Papier- oder Diavorlage.

Im Unterschied zur Kamera, bei der das Objektiv ein beliebiges Motiv erfasst und – basierend auf der eingestellten Auflösung – in ein vorgegebenes Pixelgitter füllt, steht die zu erfassende Fläche beim Scan fest, und das Pixelgitter errichten Sie selber. Zentrale Information für den Scanner ist die Angabe, in wie viele Pixel er eine bestimmte Strecke umwandeln, also auflösen soll. Die gebräuchliche Einheit dafür wird meist in englisch ausgedrückt, zudem liegt ihr normalerweise das bei uns selten gewordene Zollmaß zugrunde: pixel per inch oder kurz ppi. Im Klartext: n ppi bedeutet, dass 1 Zoll der Vorlage in n Pixel aufgelöst werden.

Als Beispiel nehmen wir eine quadratische Vorlage mit einer Kantenlänge von 100 mm:

1" ≈ 25 mm
⇒ 100 mm ≈ 4"

Die Vorlage scannen wir mit einer Auflösung von 300 ppi, also 300 Pixeln pro Zoll:

4" x 300 px = 1.200 Pixel
1.200 x 1.200 = 1.440.000 px = 1,44 Megapixel

Das Ergebnis ist ein quadratisches Pixelgitter mit einer Kantenlänge von 1.200 px und einer Pixelmenge von 1,44 Megapixeln. Verdoppeln wir die Auflösung auf 600 ppi, verdoppelt sich die Kantenlänge des Scans und die Pixelmenge vervierfacht sich:

4" x 600 px = 2.400 Pixel
2.400 x 2.400 = 5.760.000 Pixel = 5,76 Megapixel

Wenn Sie uns bis hierher gefolgt sind, stehen Sie kurz vor dem alles entscheidenden Punkt: der Antwort auf die nahe liegende Frage, was Sie mit den Pixeln eigentlich anfangen sollen.

Der Ausdruck bzw. Abzug

Sie haben jetzt eine Pixelmenge, die wahlweise Ihrer Digitalkamera oder Ihrem Scanner entstammt, greifen wir der Einfachheit halber auf unser letztes Beispiel der 5,76 Megapixel zurück, die Sie ausdrucken möchten. Beim Ausdruck (oder beim Abzug auf Fotopapier) passiert nichts anderes, als dass die Pixel in (Druck-)Punkte umgewandelt werden. Der Drucker erhält dabei zwei Informationen, die sozusagen der Umkehrung des Scans oder der Aufnahme entsprechen: wie viele Pixel sind im Spiel und wie viele davon soll er – umgewandelt in Druckpunkte – in eine bestimmte Strecke packen. Auch hier wird in aller Regel auf englisch und in Zoll gerechnet, die Einheit heißt also dots per inch oder dpi, wobei gilt, dass ein Pixel einem Druckpunkt entspricht.

Ein Drucker hat dabei immer eine maximale dpi-Obergrenze, die sich allenfalls nach unten variieren lässt. Nehmen wir an, der Drucker schafft 600 dpi, sieht die Rechnung bei unserem Quadrat mit 2.400 Pixel Kantenlänge so aus:

Ausdruck A: 2.400 px : 600 dpi = 4" ≈ 100 mm

Die Größe des Ausdrucks ist also identisch mit der Größe der gescannten Vorlage, kein Wunder, der ppi-Wert des Scans stimmt ja mit dem dpi-Wert des Druckers überein. Verringern wir die Auflösung des Druckers auf 300 dpi, ergibt sich:

Ausdruck B: 2.400 px : 300 dpi = 8" ≈ 200 mm

Die Kantenlänge des Ausdrucks verdoppelt sich, die Fläche wird wiederum vervierfacht. Das ehedem dimensionslose Pixel hat jetzt, wo es in einen Druckpunkt umgewandelt wurde, also doch noch eine Größe bekommen:

Punktgröße A: 100 mm : 2.400 px ≈ 0,04 mm
Punktgröße B: 200 mm : 2.400 px ≈ 0,08 mm

So weit, so gut. Versuchen wir einen anderen Fall: Wir nehmen ein Bild von einer Website, das aus 400 x 300 px besteht und möchten es mit einer Größe von 40 x 30 cm ausdrucken:

40 cm : 400 px = 10 px/cm ≈ 25,4 dpi
⇒ Punktgröße C: 1" : 25,4 = 0,03" ≈ 0,15 cm

Das Ergebnis dürfte Sie kaum befriedigen, die Druckpunkte haben jetzt eine Kantenlänge von 1,5 mm, was einige Phantasie erfordert, um darin ein Bild zu erkennen (oder einen erhöhten Betrachtungsabstand). Es wird also klar, dass sich die Größe der Pixel beim Ausdruck nicht beliebig ausdehnen lässt, ohne dass die Darstellung des Bildes erheblich leidet.

Beim Offsetdruck und bei Fotoabzügen können Sie als Faustformel von 300 dpi ausgehen. Wenn Sie die verfügbare Pixelmenge in der Höhe und Breite durch 300 dividieren, erhalten Sie das maximale Format eines Drucks, der keine sichtbaren Qualitätseinbußen zeigt. Je weiter Sie die Druckauflösung verringern, desto kästchenartiger wird das Bild.

Ziehen wir noch einmal unsere 5-Megapixel-Digitalkamera heran:

b: 2.560 px : 300 ≈ 8,5" ≈ 21,3 cm
h: 1.920 px : 300 ≈ 6,4" ≈ 16 cm

Bis zu einer Größe von etwa 21 x 16 cm werden Sie demnach einen Druck bzw. Abzug ohne Einbußen bekommen, jede Vergrößerung wird sich auf die Qualität auswirken. Der Wert ist wie gesagt lediglich eine Faustregel, Ihr Bild wird auch mit 25 x 19 cm noch ansehnlich geraten, als Poster oder Fototapete aber ganz sicher nicht mehr.

Das Kriterium Pixelmenge bei Digitalkameras wird damit offenkundig: Je höher, desto feiner wird die Fläche aufgelöst und desto größer können die Bilder gedruckt bzw. abgezogen werden. Hochwertige Profikameras schaffen locker ein A3-Format, während die Erzeugnisse vieler Handykameras schon bei Passbildgröße an ihre Grenzen stoßen. Dasselbe gilt auch für den Scanner: je feiner er eine Vorlage auflöst, desto größer lässt sie sich ohne Verluste wieder ausgeben.

Die Bildschirmausgabe

Die Darstellung von digitalen Bildern auf dem Bildschirm – ihrem ureigenen Terrain – ist mit einigen Wirrnissen behaftet. Es geht schon damit los, dass der Begriff »Auflösung« mit zweierlei Bedeutungen belegt wird: einerseits ist damit das Pixelgitter gemeint, in die er seine Fläche auflöst, andererseits ist immer wieder von 72 dpi die Rede, mit der ein Bild auf dem Bildschirm »aufgelöst« wird. Richtigerweise müsste es, wenn schon, ppi heißen, der Bildschirm besteht aus Pixeln, nicht aus Druckpunkten. Und dass ein Pixel nicht 1/72 inch breit bzw. lang ist, haben wir schon ausführlich dargelegt.

Vergessen Sie also diese Angabe, sie ist allenfalls von historischem Wert, weil sie aus Zeiten stammt, als Bildschirmgröße und -auflösung noch feste Paarungen eingingen. Ein Pixel eines digitalen Bildes entspricht einem Pixel auf dem Bildschirm, alles andere muss Sie bei der Bildschirmausgabe nicht interessieren.

Photoshop & Co.

Bei der halbwegs ambitionierten Weiterverarbeitung unterziehen sich die meisten digitalen Bildern der Behandlung in einem Bildbearbeitungsprogramm. Die Entsprechung unserer aufgestellten Rechenbeispiele zeigen Screenshots vom Dialogfenster des Menüpunkts Bildgröße in Photoshop (stellvertretend für andere Programme, die im Wesentlichen dasselbe tun).

Als Beispiel dient uns wieder unser 5-Megapixel-Bild:

Photoshop Bildgröße I

Oben sehen Sie die Anzahl der Pixel in Breite und Höhe, unten die daraus resultierenden Abmessungen, falls Sie zum Ausdruck eine Auflösung von 72 dpi wählen würden (was sich nicht empfiehlt). Achten Sie darauf, dass die Checkbox Bild neuberechnen mit deaktiviert ist, und erhöhen Sie den Wert der Auflösung auf 150 bzw. 300 dpi:

Photoshop Bildgröße II

Photoshop Bildgröße III

Die Ausgabegröße verändert sich proportional, die Pixelmenge bleibt jedoch immer die selbe. Umgekehrt können Sie auch die Wunschgröße in cm angeben, dann verändert sich eben die Auflösung entsprechend.

Für die Bildschirmausgabe sind die Werte im unteren Teil unerheblich. Auf dem Bildschirm wird das Bild immer 2.560 x 1.920 px in Anspruch nehmen, die Ausgabegröße bezieht sich ausschließlich auf den Druck oder Abzug.

Falls Sie die Checkbox Bild neuberechnen mit doch aktivieren, können Sie auch die Pixelmenge des Bildes verändern, und die Ausgabegröße somit scheinbar uferlos ausdehnen. Diese an und für sich charmante Idee hat nur einen Haken: Pixelinformationen, die im Bild nicht enthalten sind, lassen sich damit nicht aus dem Ärmel schütteln. Bei einer Erhöhung der Pixelmenge nimmt Photoshop die vorhandenen Informationen und rechnet sie hoch, das Resultat krankt immer an einem mehr oder weniger sichtbaren Qualitätsverlust. Unproblematisch ist allenfalls eine Verringerung der Pixelmenge, weil dabei differenzierte Informationen vergröbert werden, also nichts »dazuerfunden« wird.

Zum Schluss

Was wir mit den Rechenbeispielen demonstriert haben, lässt sich zusammenfassend auf drei Komponenten reduzieren, die sich gegenseitig beeinflussen: Pixelmenge bzw. Scanauflösung, Ausgabeauflösung und -größe. Drei Fälle treten in der Praxis auf:

1. Sie haben ein Bild und möchten es mit einer bestimmten Auflösung ausdrucken, dann gilt:

Ausgabegröße = Pixelmenge : Druckauflösung

2. Das Bild und die gewünschte Ausgabegröße stehen fest, unklar ist, wie hoch die erreichbare Druckauflösung sein wird. Dazu stellen Sie die Formel einfach um:

Druckauflösung = Pixelmenge : Ausgabegröße

3. Sie möchten eine Vorlage scannen und in einer bestimmten Größe ausgeben, was fehlt ist die Scanauflösung. Die Pixelmenge ist hier nicht so wichtig, weil Sie sowohl beim Scan als auch der Ausgabe mit metrischen Maßen arbeiten. Sie müssen nur den Vergrößerungsfaktor ermitteln, damit kommen Sie schnell zur Scanauflösung:

Vergrößerungsfaktor = Ausgabegröße : Vorlagengröße
Scanauflösung = Ausgabeauflösung x Vergrößerungsfaktor

Alles klar? Falls nicht, greifen Sie bitte ohne falsche Scheu auf die Kommentarfunktion zurück.

Anmerkungen

  1. #1 | Jens Bokop | 30.11.05, 14:52

    Guten Tag

    Ich habe den Artikel sehr interessiert gelesen. Allerdings habe ich noch ein paar Fragen… Eine Antwort würde mich sehr freuen!

    Ich habe viele Dias und diverse KB- und MF-Filme, die ich gerne digital verarbeiten möchte. Ich wünsche mir ein größtmögliches Format, so dass ich sie in nahezu 1,50×2,00m drucken lassen kann.

    Momentan scanne ich ein paar Abzüge der Filme (ca 29×21) sehr groß ein aber ich weiß nicht, wo die Grenze dafür liegt und wie weit ich sie vergrößern kann. Selbst bei 2400dpi scheint bei A3 eine Grenze zu liegen, was sicherlich an den Informationen liegt, die die Auflage hergibt.

    Lässt man die Filme professionell scannen, bietet die eine Firma 4000dpi ohne weiter auf irgendeine Größe einzugehen (die Datei ist dann ca 20-50 MB groß) und eine andere Firma scannt mit 400dpi auf 30×40cm (dabei entsteht eine Datei von 90 MB).

    Wie kann ich nun die beste Qualität bei der großtmöglichen Ausgabengröße erreichen? 30×40 ist mir jedenfalls zu klein.

    Wie werden denn professionelle Fotos sonst auf Großformate gebracht, wenn sie vorher bearbeitet werden sollen?

    Ich finde das alles sehr verwirrend und hoffe, dass mir hier geholfen werden kann! Vielen Dank!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Jens Bokop

  2. #2 | Ralf Schmid | 30.11.05, 15:20

    Lieber Herr Bokop,

    was Sie da vorhaben, sprengt den Rahmen des Üblichen, soviel vorweg. Aber dröseln wir es mal auf: Wenn Sie 30 x 40 cm große Abzüge scannen, haben die vermutlich sichtbares Korn, das logischerweise beim Scannen nicht verschwinden wird. Nach oben wird die Grenze allein vom technischen Equipment markiert, die höchst aufgelösten Scans machen in der Regel Profi-Dienstleister und Fachlabore, was aber seinen Preis hat. Wenn Sie die Vorlage mit einer Eingabeauflösung von 2400 ppi einscannen, können Sie mit den Formeln errechnen, dass Sie bei 300 dpi Ausgabeauflösung eine 8-fache Vergößerung erreichen, ohne dass Verluste auftreten (2400 : 300 = 8). Vergessen Sie allerdings nicht, dass die Körnung ebenfalls 8-fach vergrößert wird – was er scannt, ist dem Scanner nämlich egal.

    In der Praxis werden Großformate entsprechend hochauflösend gescannt und meist mit weniger als 300 dpi gedruckt/abgezogen, weil sich bei Riesenformaten normalerweise der Betrachtungsabstand vergrößert, was einige Unzulänglichkeiten gnädig verwischt.

    Kurz und gut, es bleibt immer dasselbe Rechenspiel. Die MB-Angaben sind gut gemeint, aber nicht sehr hilfreich: Die meisten Menschen winken eben gleich ab, wenn man ihnen mit Dingen wie dpi kommt, das haben auch die Dienstleister schon gemerkt und versuchen es halt mal, sich auf diese Weise verständlich zu machen.

  3. #3 | Ninchen | 18.12.05, 19:23

    sehr gute seite doch ,,welche auswirkungen durch die veränderung des DPI wertes auftreten’’ habe ich hier leider nicht gefunden

  4. #4 | Ralf Schmid | 18.12.05, 21:04

    Was meinen Sie mit Auswirkungen? Wenn Sie das näher ausführen, bekommen wir auch die Frage noch geklärt.

  5. #5 | Mathilda | 04.01.06, 09:59

    Hallo,

    ein prima Artikel, der mir doch einiges verständlicher macht.

    Nun sitze ich also hier und möchte Dias einscannen, die ich anschließend in einer Präsentation zeigen möchte.

    Den passenden Beamer dazu will ich erst noch kaufen, er soll später vor allem für Workshops und Besprechungen und ab und zu auch für “Diashows” herhalten.

    Mein Scanner verlangt nun nicht nur die Auflösung, sondern auch die Eingabe der Zielgröße WxH in [mm] oder alternativ % Zoom.

    Also muss ich Beamerauflösung, sagen wir mal 1024×768 Pixel, umrechnen in mm + dpi? Das klappt aber nicht so einfach. Wenn ich statt [mm] Pixel als Einheit wähle und bei 300 dpi für W 1024 eingebe, springt H automatisch auf 1409 und Zoom auf “nur” 40%. Das scheint mir nun aber doch sehr wenig, oder?

    Sehr verwirrend, das alles.

    Vielen Dank für den Artikel,
    viele Grüße,
    M. Schlich

  6. #6 | Ralf Schmid | 04.01.06, 10:58

    Liebe Frau Schlich, dass Ihnen das verwirrend erscheint, ist allemal verständlich. Ich nehme an, Sie reden von Kleinbild-Dias, falls ja, haben die ein Seitenverhältnis von 3:2 im Gegensatz zum Bildschirm, dessen Seitenverhältnis meist 4:3 beträgt. Entweder lassen Sie also einen schwarzen Rand oder Sie beschneiden das Bild. Aus dem 3:2-Verhältnis erklärt sich vermutlich auch der automatische »Höhensprung«. Zudem sieht es so aus, als ob Ihr Scanner die Formatrichtung anders herum vorgibt, also tragen sie den Breitenwert eben bei der Höhe ein.

    Da der Beamer nichts anderes als eine Bildschirmprojektion ist, sind dpi-Angaben ohne Belang. Falls Ihr Scanner es möglich macht, geben Sie als Ausgabegröße 1024×768 Pixel ein (bzw. addieren etwas »Luft« zum späteren Beschnitt) und stellen die Auflösung auf 72 dpi (was ebenfalls uninteressant ist, aber den Scanner zu brauchbaren Berechnungen treiben sollte).

    »Zoom« ist eine seltsame Angabe, machen Sie einfach mal einen Scan und schauen Sie, ob Sie mit der erzeugten Pixelmenge am Ende klarkommen, wenn Sie 1024×768 Pixel beträgt, ist alles andere unwichtig.

  7. #7 | M. Schlich | 04.01.06, 12:59

    Hallo und vielen Dank für die flotte Antwort,

    einen schwarzen Rahmen kann ich mit meinem viel zu intelligenten Scanner nicht lassen, also habe ich die Auflösung auf das 1,1 fache von 1024×768 gesetzt und auf “nicht beschneiden” sowie “keine unscharfe Maske”, damit ich das in Ruhe unter Photoshop machen kann.

    Es ist wohl immer eine Entscheidung entweder für Präsentation oder für Beamer, richtig?

    Danke nochmal für die Antwort und auch die Website, die ich sowohl inhaltlich als auch gestalterisch prima finde.

    Viele Grüße
    M. Schlich

  8. #8 | Ralf Schmid | 04.01.06, 13:33

    Es ist wohl immer eine Entscheidung entweder für Präsentation oder für Beamer, richtig?

    Wenn Sie mit »Präsentation« Papier meinen, dann ja. Bildschirmpräsentationen folgen logischerweise denselben Anforderungen wie Beamer. Falls Sie flexibel bleiben wollen, ist es aber meist besser, die Auflösung beim Scan so hoch einzustellen, dass auch eine gute Druckausgabe ermöglicht wird und die Bildschirmfassung in Photoshop entsprechend zu verkleinern, was fast immer problemlos ist.

    Und danke für die Blumen.

  9. #9 | Erwin Schreckensperger | 28.01.06, 23:31

    Lieber Herr Schmid

    Bin Geografielehrer, habe tausende Dias und bis jezt mit dem guten alten Projektor präsentiert.
    Möchte in Zukunft die eingesannten Dias mit Beamer vorführen.
    Habe die Möglichkeit bei uns auf der UNI die Dias einscannen zu lassen.

    1200 DPI – abgespeichert als JPEG Datei Stufe 9.
    Ist diese Vorgangsweise o.k. ?

    Momentan habe ich das Gefühl, daß die Bildqualität (Brillianz, Schärfe) noch nicht an die der Dias herankommt.
    Die Beamerqualität wird sich sicher in nächster Zeit rapide weiterentwickeln . – Sind dann meine 1200 DPI noch genug ?

    Herzlichen Dank für Ihre Bemühungen
    Ein geplagter analog auf digital Umsteiger
    Erwin Schreckensperger

  10. #10 | Ralf Schmid | 29.01.06, 13:36

    Lieber Herr Schreckensperger, 1200 ppi müsste es eigentlich heißen. Aber zählen wir nicht Erbsen, sondern Pixel. Ich gehe davon aus, dass Sie von Kleinbild-Dias sprechen, die Vorlagengröße beträgt also 36×24 mm. Rechnen wir die zunächst in inches um:

    1” ≈ 25,4 mm => 1 mm ≈ 0,039”
    36 mm ≈ 1,4”
    24 mm ≈ 0,94”

    Wenn Sie die beiden Zollwerte jetzt mit 1200 multiplizieren, erhalten Sie über den Daumen 1700×1100 Pixel. Da die meisten Beamer auf Bildschirmauflösungen von 1024×768 oder 1280×960 Pixel limitiert sind, reicht das also aus. Sofern zukünftige Beamergenerationen diese Werte übersteigen, wird um das Bild schlimmstenfalls ein schwarzer Rand gelegt. Den Sie allerdings auch jetzt schon haben, falls Sie das Bild nicht beschneiden, weil ein KB-Dia das Seitenverhältnis 3:2 aufweist, während es bei den meisten Bildschirmen 4:3 beträgt.

    Hinsichtlich der Bildqualität gebe ich Ihnen recht. Das Problem ist allerdings nicht, dass Sie es mit einem digitalen Bild zu tun haben, sondern der Beamer nicht anderes tut, als den Bildschirminhalt zu projizieren, und dazu selten Qualitätsobjektive benutzt, wie man sie von guten Diaprojektoren kennt. Für Schulungs- und Dokumentationszwecke eignen sich Beamer ausgezeichnet, um sich an Bildern zu berauschen, sind sie sicher das falsche Mittel.

    Abraten würde ich übrigens davon, die Bilder im jpg-Format zu speichern, weil es immer mit mehr oder minder sichtbaren Qualitätsverlusten einhergeht. Falls Sie nicht gerade unter extremer Speicherknappheit leiden, nehmen Sie lieber ein unkomprimiertes tif-Format.

  11. #11 | Lotte Rapp | 30.01.06, 15:17

    Hallo!

    Können Sie mir bitte eine Übersicht über die Auflösungen (in dpi) zu folgenden verschiedenen Anwendungsbereichen erstellen:

    * Druck (Printmedien) = ... dpi

    * Digitale Medien (Monitor, Web und Präsentationen) = ... dpi

    * Beamer … dpi

    * fällt Ihnen evtl. noch ein weiteres Medium ein?

    Vielen Dank im Voraus!

    Lotte Rapp

  12. #12 | Ralf Schmid | 30.01.06, 22:57

    Sie sind gut, Frau Rapp. Da schreibe ich extra viele prima Formeln hin, und Sie wollen eine schnöde Fertigliste. Na schön:

    Druck: 300 dpi (Faustregel, genau genommen hängt es von der Wahl des Druckrasters ab, das führt aber zu weit. 300 dpi reichen in 99% der Fälle.)

    Monitor, ebenso wie Beamer: uninteressant, 1 Pixel des Bildes ist 1 Pixel auf dem Bildschirm / im Web / der Präsentation / dem Beamer. Lesen Sie nochmal nach oder spielen Sie mit Photoshop o. ä. herum, dann verstehen Sie warum.

    Ein weiteres Medium fällt mir gerade nicht ein, irgendwie ist doch alles im weitesten Sinne Druck oder Bildschirm. Nun ja, wer weiß schon, was die Zukunft noch so bringt.

  13. #13 | H. Schellin | 15.02.06, 12:58

    Tolle Informationen zu Pixel und DPI, sowas habe ich schon lange gesucht.
    Gibts hier hin und wieder Aktualisierungen?

  14. #14 | m. Semrau | 15.02.06, 18:10

    Tolle seite… sehr verständlich erklärt—> Toll

    kl. Fehler Hat sich eingeschlichen

    40 cm : 400 px = 10 px/cm ≈ 25,4 dpi
    ⇒ Punktgröße C: 1” : 25,4 = 0,03” ≈ 0,15 cm

    müsste wohl 400px : 40 cm heißen

  15. #15 | Ralf Schmid | 15.02.06, 20:00

    @ H. Schellin
    Danke für’s Lob. Falls sich Ihre Frage nach Aktualisierungen auf den Artikel bezieht: Seine Aussagen sind sozusagen universell gültig. Sicher, Digitalkameras, Beamer, Scanner etc. werden nächstes Jahr wieder höhere Auflösungen haben als dieses, an den Grundlagen, um die es hier geht, wird das aber nichts ändern. Falls nicht noch mehr – ähm – Fehler entdeckt werden, wird es also erst mal dabei bleiben. Dass die Site als solche gelegentliche Aktualisierungen erfährt, haben Sie ja wahrscheinlich bemerkt.

    @ m. Semrau
    Sie haben natürlich vollkommen recht, ich habe es gerade korrigiert. Auch wenn es verdächtig lange gedauert hat, bis es jemandem auffiel – Ihnen auch mein herzlichster Dank.

  16. #16 | Ilka | 17.02.06, 12:13

    Hallo!
    Kann ich mit den folgenden Daten die reale Bildbreite und Höhe ermitteln? Wenn ja, wie?

    – 8,1 Zoll (20,574 mm) monochrome Display (diagonal gemessen)
    – Auflösung von 1024×768 Pixel
    – unterstützt 16 Graustufen (160 dpi)

    Herzlichen Dank im voraus,
    Ilka

  17. #17 | Ralf Schmid | 17.02.06, 12:24

    Reale Bildbreite bzw. -höhe? Was meinen Sie denn damit?

  18. #18 | Ilka | 17.02.06, 14:26

    Na wie breit das Display in cm und wie hoch in cm ist.
    Dies kann man ja aus der Diagonalen nicht ersehen.

    Viele Grüße,
    Ilka

  19. #19 | Ralf Schmid | 17.02.06, 14:47

    Ich weiß zwar immer noch nicht, von was für einem Gerät sie sprechen, aber wenn Ihre Angaben stimmen, lassen sich Höhe und Breite so ermitteln:

    1024 px : 160 dpi = 6,4” = 25,6 cm
    768 px : 160 dpi = 4,8” = 14,4 cm

    Wenn Sie das mit dem Satz des Pythagoras überprüfen (»Im rechtwinkligen Dreieck ist die Summe der Kathetenquadrate gleich dem Hypotenusenquadrat«) kommen in etwa Ihre 8,1” heraus (ungefähr 20 cm übrigens, nicht mm).

  20. #20 | Willi Schaider | 15.05.06, 19:38

    Lieber Herr Schmid,

    die Qualität und die Freundlichkeit der Antworten ermutigen mich, mich an Sie zu wenden.
    Ich möchte über 1000 gerahmte 6×6 Dias für einen kulturellen Club (Stadtgeschichte) einscannen zur Darstellung über einen Beamer (1024×768) Aus Kostengründen wurde kein Filmscanner, sondern ein EPSON V700 angeschafft Wegen der besseren Ausleuchtung der Randbereiche auf der Durchlichtfläche gegenüber seinen Vorgängern können 9 Dias bei “gleichmäßiger Qualität“ in einem Zug eingescannt werden.
    Die eigentlichen Bilder auf den Dias sind maximal 5,4 cm mal 5,4 cm. Also habe ich eine Seitenlänge von ca. 2,12 inch, Selbst wenn nicht alle Bildinhalte rechteckig sind, rechne ich so:

    768 (Pixel, kürzere Seite, da rechteckig) : 2,12 (inch) = 362 ppi

    Da ich gelernt habe, keine krummen Zahlen als Auflösung zu wählen, würde ich als nächsten sauberen Quotienten von 4800 die 400 wählen.
    Jetzt habe ich testweise den gleichen Scan in 150, 200, 300, 400, 600, 1200 und 2400 gemacht. Ich habe alle in eine PowerPoint-Präsentation gepackt und auf einem 15-Zoll-Monitor bei 1024×768 kontrolliert. Das Ergebnis hat mich irritiert. Bis 300 war alles mies. Dass 600 besser als 400 war, dafür gibt es sicher noch Gründe (Monitor, Scanner,????). Nur, an einigen Stellen des Bildes war 600 besser oder vielleicht sauberer als 1200.

    Was muss ich daraus lernen? Ist doppelte Bildgrösse bei halber Darstellungsgrösse doch schlechter gleich richtige Bildgrösse. Liegt es an der Instanz, die die ¾ der Pixel “wegwirft“ (welche??)? Wenn ja, bei welcher Vergrösserung beginnt dieser Fehler? Ist nicht schon eine Vergrösserung von ausgerechneten 362 ppi auf 400 oder gar 600 ein Problem?

    Mache ich einen Denkfehler, hab ich was falsch verstanden oder ist es einfach so und gar kein Problem?
    Eigentlich tendiere ich zu grösseren Bildern, um wenigstens die nächste Zukunft technisch abzusichern, aber jetzt bin ich unsicher.
    Ist es vielleicht klüger, in einer noch höheren Auflösung zu scannen (Archivzwecke, wird zwar nicht gewünscht), um dann für Präsentationen mit PhotoShop o.ä. genau auf den idealen Wert (welchen??!!??) zu skalieren?
    Da es eine Menge Dias sind, möchte ich den Aufwand an Zeit, Wiederholungen und manueller Nachbearbeitung minimieren.

    Für Geduld und vielleicht Hilfe im voraus Herzlichen Dank

    Willi Schaider

  21. #21 | Ralf Schmid | 15.05.06, 20:14

    Lieber Herr Schaider, Ihr Problem ist kein wirkliches Problem. Dass Sie zu größeren Bildern tendieren, ist sicher ein kluger Zug, für die Darstellung auf dem Bildschirm bringt Ihnen das aber nichts. Wenn Sie einen Scan mit ein paar tausend Pixeln Länge/Breite bildschirmfüllend darstellen, werden dennoch 1024×768 Pixel abgebildet, mehr bietet der Bildschirm nun mal nicht. Also läuft es darauf hinaus, dass interpoliert wird, in Ihrem Fall eben von Powerpoint. Sagen wir mal so: wenn ich einer Software die Interpolation anvertrauen würde, wäre Powerpoint so ungefähr das letzte, was mir dafür einfiele. Powerpoint mag die eine oder andere Stärke haben, die Interpolation von Bildern gehört ganz sicher nicht dazu.

    Die allerbeste Darstellung für den Bildschirm erreichen Sie, wenn Sie Ihre Scans kopieren und die Kopien mit einer ordentlichen Software – etwa Photoshop oder sein kleiner Bruder Photoshop Elements – auf das tatsächliche 1:1-Format verkleinern. (Bei 6×6 eben 768×768 Pixel, sofern Sie keinen Beschnitt möchten.) Wenn Sie unbedingt mit Powerpoint hantieren möchten, dann bauen Sie diese »bildschirmoptimierten« Kopien ein und sagen Powerpoint, die Darstellungsgröße beträgt 100%. Powerpoint muss dann nur noch abbilden, was es hat und nichts interpolieren. Die »Riesenlappen« sparen Sie sich für die Papieraufzüge auf, da schadet groß gar nichts, im Gegenteil.

  22. #22 | Jens Hinderberger | 04.07.06, 12:39

    Sehr geehrter Herr Schmid,

    ich stehe momentan vor dem Problem für meine Abteilung festzulegen, in welcher Form digitale Bilder zukünftig abgelegt werden sollten. Im Folgenden werde ich der Einfachheit halber immer in dpi sprechen, da in Photoshop die Auflösung auch in dpi angegeben wird.

    Folgende zwei Hauptprobleme:

    In PowerPoint werden alle Bilder/Grafiken in cm, also metrisch angegeben. Im Gegensatz zu z.B. Photoshop (Angabe u.a. in Pixel). Wenn ich nun folgende 2 Versionen der selben Datei habe:

    Version 1: Ausgabegröße 12,7 cm Breite und 9,52 cm Höhe, 150 dpi und eine Auflösung von 750×562
    Version 2: Ausgabegröße 12,7 cm Breite und 9,52 cm Höhe, 300 dpi und eine Auflösung von 1500×1124

    Nun ist es klar, dass wenn ich das Bild z.B. in Photoshop betrachte die Version 2 doppelt so breit/hoch ist und die 4-fachen Pixel beinhaltet.

    Wenn ich allerdings beide Versionen in PowerPoint einfüge, werden beide mit 100 % und folglich 12,7 cm Breite dargestellt. Die Darstellung der Version 2 ist also nicht doppelt so breit/hoch wie die Anzeige in Photoshop, da PowerPoint wohl von einer Druck- und keiner Bildschirmausgabe ausgeht.

    Dies bringt mich zu meinem zweiten Problem:

    In verschiedenen Publikationen heißt es, Bilder mit einer höheren Auflösung wie 96 dpi zu verwenden macht im Falle einer Bildschirmausgabe keinen Sinn, da bei der Bildschirmausgabe (z.B in PowerPoint) die Bilder sowieso nur mit maximal 96 dpi dargestellt werden können. Nun habe ich aber festgestellt, dass dasselbe Bild mit einer Ausgabegröße von 12,7 cm Breite und 9,52 cm Höhe bei einer Auflösung von 72 dpi oder 96 dpi, in PowerPoint völlig unscharf und verwaschen dargestellt wird. Füge ich in PowerPoint aber dasselbe Bild mit einer Auflösung von 150 dpi bzw. 300 dpi ein, so wirkt das Bild plastischer, schärfer und man erkennt im Vergleich zu den beiden niedrigeren Auflösungen sofort, dass diesen Bildinformationen fehlen.

    Lange Rede kurzer Sinn, wenn ein Bild in PowerPoint eingefügt wird, behält es dann alle Bildinformationen, welche es beinhaltet und werden diese Bildinformationen dann auch wirklich dargestellt? Sowohl in PowerPoint an sich, wie auch im Präsentationsmodus?

    Hat folglich ein Bild, welches eine feste Ausgabegröße von z.B. 12,7 cm Breite hat, mit einer Auflösung von 300 dpi und somit auch einer höheren Pixelanzahl des Bildes, eine höhere Darstellungsqualität in PowerPoint oder ist dies rein physikalisch unmöglich (Bildschirmadarstellung maximal 96 dpi?). Wobei sich dann mein Auge sehr täuschen würde, denn bei allen 4 Versionen, von 72 – 300 dpi mit jeweils einer Ausgabegröße von 12,7 cm, könnten die Darstellungsqualität (in PowerPoint) nicht unterschiedlicher sein, was Schärfe und Details des Bildes angeht.

  23. #23 | Jens Hinderberger | 05.07.06, 13:25

    Sehr geehrter Herr Schmid,

    ich habe mir nochmal Gedanke zu dem von mir gestern angesprochen Thema gemacht. Sind meine folgenden Schlußfolgerungen richtig?

    Wenn man davon ausgeht, dass ein durchschnittlicher Monitor eine Auflösung von ca. 96 dpi besitzt (mein Monitor hat z.B. bei einer Auflösung von 1920×1200 95 dpi), reicht für eine verlustfreie Bildschirmausgabe von Bilddateien folglich eine Auflösung von 96 dpi.

    Wenn ich nun also Bilder ohne Qualitätsverlust im Präsentationsmodus von PowerPoint darstellen möchte, müsste rein theoretisch eine Auflösung der Bilder von 96 dpi ausreichen. Allerdings entsprechen 96 dpi bei einer Auflösung von 1024×768 (Auflösung des Präsentationsmodus in PowerPoint) der Größe eines 17 Zoll Monitors. Ergo wäre bei Bildern mit einer Auflösung von 96 dpi die Auflösung an meinem 24 Zoll Monitor (Format 16:10) nicht mehr bei 96 dpi, sondern bei 61 dpi. Dies hieße doch im Umkehrschluss, die Auflösung der Bilddatei müsste nicht 96 dpi, sondern mit 150 dpi betragen?

    Rechenbeispiel:

    96 dpi bei einer Auflösung von 1024×768 entspricht einem 17 Zoll Monitor (32cm x 24 cm).

    Mein Monitor stellt die Auflösung von 1024×768 (4:3 Format) auf einer Breite von 43 cm und einer Höhe von 32,2 cm dar. Dies bedeutet, um effektive 96 dpi an meinem großen Monitor zu gewährleisten, müsste ich das Bild nicht mit 96 dpi, sondern mit 150 dpi abspeichern:

    96 dpi * (43 cm : 2,54“) = 1625 Pixel (ca. 1600 Pixel)
    96 dpi * (32,2 cm : 2,54“) = 1217 Pixel (ca. 1200 Pixel)

    Bei einem 4:3 Bild ergibt sich bei einer Auflösung von 1600×1200 und 150 dpi eine Ausgabegröße der Bilddatei von 27,1 cm x 20,3 cm. Da eine Folie in PowerPoint 24 cm x 18 cm misst, würde somit die Auflösung von 150 dpi für Bilder reichen, um an meinem Monitor eine Darstellung ohne Qualitätsverlust zu gewährleisten.

    Sind diese Schlussfolgerungen richtig? Wenn nicht dann belehren Sie mich bitte.

  24. #24 | Ralf Schmid | 05.07.06, 15:50

    Lieber Herr Hinderberger,

    ich habe es oben schon zart angedeutet, aber bevor der unschuldige Ursprungsartikel allmählich zur Powerpoint-Detailbetrachtung mutiert, lassen Sie es mich mal ganz undiplomatisch formulieren: Ich persönlich empfinde Powerpoint als absolute Zumutung (wie quasi sämtliche Produkte dieses Herstellers), was a) bedeutet, dass wir uns von solchen Dingen möglichst weit entfernt halten und ich b) demzufolge zu Powerpoint nicht allzuviel sagen kann.

    Schon der Umstand, dass eine Software standardmäßig mit (vollkommen sinnlosen) cm etc. rechnet, obwohl es primär um Bildschirmpräsentationen geht, zeigt, wes Geistes Kind am Werke ist. Und was Powerpoint beim Verkleinern oder Vergrößern, also immer: Interpolieren von Bildern macht – fragen Sie mich nicht, etwas Gescheites ist es in keinem Fall, soviel kann ich Ihnen versprechen.

    Nochmal: Vergessen Sie 96 dpi, 72 dpi etc. Bild auf dem Bildschirm bedeutet im Idealfall: Pixelmenge des Bildes entspricht Pixelmenge des Bildschirms, was nicht passt, bekommt einen Rand. Bei allen abweichenden Bildgrößen wird notgedrungen interpoliert, und dafür ist Powerpoint ganz sicher nicht das Mittel der Wahl. Wenn schon Powerpoint, dann rate ich Ihnen, die Bilder genauso groß einzubetten, dass sie exakt auf den Bildschrim passen, alles andere bleibt unbefriedigend.

  25. #25 | Jens Hinderberger | 06.07.06, 10:10

    Hallo Herr Schmid,

    zu meinem Verständnis. Wenn ich nun folgende zwei heruntergerechnete Versionen des selben Bildes habe:

    Version 1: Ausgabegröße 12,7 cm x 9,52 cm, Pixelmaße 1500×1125 und einer Auflösung von 300 dpi
    Version 2: Ausgabegröße 12,7 cm x 9,52 cm, Pixelmaße 480×360 und einer Auflösung von 96 dpi

    Wenn ich nun bedenke, dass die Auflösung von PowerPoint 1024×768 bei 24 cm x 18 cm beträgt, wären die 12,7 cm des Bildes grob ein Viertel der Foliengröße. Wenn ich nun die 1024×768 in vier Viertel aufteile, erhalte ich viermal 480×360. Sprich die Version 2 des Bildes müsste ohne Qualitätsverlust dargestellt werden?

    Da die Version 2 im Gegensatz zur Version 1 aber total verwaschen und unscharf dargestellt wird, ist es nicht vielmehr so, dass die Bildinformationen in der Version 2 einfach zu weit heruntergerechnet wurden und somit das Bild an sich zu wenig Bildinformationen enthält, um scharf zu sein? Das bei einer Bildschirmpräsentation nur 96 dpi dargestellt werden können, wäre somit zweitrangig. Ein unscharfes Bild ist bei 96 dpi und wäre auch bei 300 dpi unscharf. Sprich bis auf welche Pixelmaße kann ich das Bild komprimieren, ohne dass bei einer Ausgabe von 1024×768 Qualitätsverluste auffallen? Ich habe festgestellt, dass ein Bild als scharf bzw. detailtreu wahrgenommen wird, wenn es mindestens die doppelte Länge und Breite der eigentlich dargestellten Auflösung hat. Sprich für besagtes Bild 960×720 Pixel, was einer Auflösung von 192 dpi entspricht.

  26. #26 | Ralf Schmid | 06.07.06, 10:45

    Lieber Herr Hinderberger,

    vergessen Sie die Auflösung zunächst mal. Ob 300, 96 oder 72 dpi ist absolut uninteressant, solange Sie nicht drucken, okay? Alles, was im Moment interessiert, ist die Pixelmenge. Zeigt Ihr Bildschirm 1024×768 Pixel und ihr Bild besitzt ebenfalls 1024×768 Pixel, dann haben Sie null Darstellungsprobleme. Ist die Pixelmenge des Bildes geringer, z. B. 800×600 Pixel, dann malen Sie entweder einen Rand drumherum, bis die 1024×768 Pixel des Bildschirms voll sind und haben ebenfalls kein Problem oder Sie rechnen die wenigen Pixel in viele Pixel hoch, dann haben Sie ein Problem, das umso sichtbarer wird, je bescheidener die Rechenkünste der zuständigen Software sind. Und die von Powerpoint sind so bescheiden, dass man weinen möchte vor Mitleid.

    Dasselbe gilt – mit zugegebenermaßen verminderten Auswirkungen – wenn Sie viele Pixel zu weniger Pixeln herunter rechnen: Photoshop und vergleichbare Programme machen das recht ordentlich, Powerpoint eher nicht so.

    Kurz und gut: wenn Sie sich von Powerpoint nicht trennen mögen, wozu man nur jedem raten kann, dann geben Sie ihm Bilder, deren Pixelmenge exakt der des Bildschirms entspricht. Wenn die Bilder nicht in diesen Abmessungen vorliegen, dann sorgen Sie dafür, dass sie es tun – machen Sie das aber bitte nicht in Powerpoint, sondern mit einer seriösen Bildbearbeitungssoftware. Ich sichere Ihnen verbindlich zu, dass Sie mit Powerpoint zu keinem überzeugenden Ergebnis gelangen werden, egal wie Sie es berechnen und drehen und wenden.

  27. #27 | Sven Mazur | 21.07.06, 13:57

    Hallo Herr Schmid,

    mit Interesse habe ich Ihren Beitrag gelesen der mir auch wirklich neue
    Erkenntnisse brachte. Zwei Fragen beschäftigen mich nun:

    Frage1. Sie haben die drei Formeln zur Berechnung der einzelnen Größen angegeben. Müsste die zweite Formel nicht lauten:
    DRUCKAUFLÖSUNG = PIXELMENGE : AUSGABEGRÖSSE ???????????

    Frage2. Ich möchte Fotos drucken im Format 15cm x 10cm !
    Bei 2 Megapixelaufnahmen, also 1600px x 1200px und 300dpi, bekomme ich ein Format von 13,55cm x 10,16cm.
    Bei 3 Megapixelaufnahmen, also 2048px x 1536px und 300dpi, bekomme
    ich ein Format von 17,34cm x 13,00cm.

    Nun meine Frage: Ist es sinnvoller die Pixelmenge hoch rechnen zu lassen
    (bei der 2 Megapixelaufnahme) bzw. runter rechnen zu lassen (bei der 3 Megapixelaufnahme) oder ist es sinnvoller die originale Pixelmenge beizubehalten und lieber die Auflösung (dpi) anpassen zu lassen?

    Ich danke Ihnen und freue mich auf Ihre Antwort.
    mit freundlichen Grüßen
    Sven Mazur

  28. #28 | Ralf Schmid | 25.07.06, 14:34

    Hallo Herr Mazur,

    infolge tagelanger Abwesenheit später als üblich, will ich doch Ihre Fragen beantworten:

    1. Ja, Sie haben vollkommen recht, vielen Dank für die Richtigstellung – der Artikel ist entsprechend verbessert.

    2. Hochrechnen ist nie gut, runter rechnen ist in aller Regel okay, aber auch überflüssig. Wenn Sie nicht das maximale verlustfreie Format wollen, wird sich die Auflösung eben entsprechend verfeinern, z. B. 400 dpi, was absolut nichts schadet (anders herum aber auch keinen Zugewinn bringt). Ich glaube, es wurde schon öfter gesagt: Wenn keine Speicherplatzprobleme im Spiel sind, empfiehlt es sich, mit möglichst großen Pixelmengen zu arbeiten – kleiner ist nie ein Problem, nur größer.

  29. #29 | Sven Mazur | 25.07.06, 21:09

    Lieber Herr Schmid,

    danke für ihre Antwort. Sie hat mir sehr geholfen.
    Ich beschäftige mich nun seit einigen Tagen mit der Materie um
    Pixel, Bildauflösung, Druckauflösung, Bildschirmauflösung etc.
    Leider ist es so, das es auf verschiedenen Seiten im Web auch stets leicht
    verschiedene und auch widersprüchliche Erklärungen zu diesem Thema gibt. Ich finde dabei ihre Ausführungen für mich als die
    verständlichsten und sie sind für mich nachvollziehbar.

    EIne Frage hätte ich noch:
    Es wird immer davon gesprochen das Bilder/Fotos die für das Web
    zubereitet werden eine Bildauflösung von 72dpi oder auch 96dpi haben
    sollten um sie “schön” klein in Bezug auf die Speichergröße zu bekommen. Aber das leuchtet mir nicht so richtig ein. Weil:

    Ein Foto, mit sagen wir 100px mal 100px wird doch beim Speichern immer gleich groß, egal ob bei Photoshop nun 72dpi steht oder 300dpi.
    Dieser Wert “dpi” ist doch nur beim Drucken von Belang und sagt mir doch nur wie groß (cm) das Foto aufs Papier gedruckt wird.

    Ja, es wird immer davon gesprochen das ein Bild fürs Web nur 72 oder 96 dpi haben “muss” weil die Bildschirmauflösung ja eh nur 72dpi(Mac) oder 96dpi(Win) darstellen kann.

    Alles ganz schön kompliziert!

    Freue mich auf Antwort und verbleibe mit
    freundlichen Grüßen
    Sven Mazur

  30. #30 | Ralf Schmid | 26.07.06, 09:36

    Hallo Herr Mazur,

    Dieser Wert “dpi” ist doch nur beim Drucken von Belang und sagt mir doch nur wie groß (cm) das Foto aufs Papier gedruckt wird.

    Das ist absolut richtig.

    Ein Foto, mit sagen wir 100px mal 100px wird doch beim Speichern immer gleich groß, egal ob bei Photoshop nun 72dpi steht oder 300dpi.

    Von dieser Aussage stimmt allerdings nur die zweite Hälfte, nämlich, dass die Ausgabeauflösung keinen Einfluss auf das Speichervolumen hat. Bei Bildern fürs Web kommt noch etwas ins Spiel, das hier bislang unberücksichtigt blieb (weil es eigentlich ein anderes Thema ist): das Verringern des Speichervolumens von Bildern mittels entweder Kompressionsalgorithmen (z. B. jpg) oder Reduktion des Farbumfangs (z. B. gif). Das Speichervolumen von solchen Bildern kann in der Tat extrem schwanken und hängt in erster Linie von den Einstellungen beim Speichern/Konvertieren ab, auf keinen Fall von der Ausgabeauflösung. Aber wie gesagt: es ist ein eigenes Thema.

  31. #31 | Sven Mazur | 26.07.06, 18:07

    Hallo Herr Schmid,

    Danke für ihre Antwort.

    Ja, das mit der jeweiligen Kompressionsart , also jpg oder gif, ist mir bekannt. Wollte eigentlich nur noch mal bestätigt wissen das der
    dpi-Wert für das Speichervolumen absolut keine Rolle spielt.

    Denn in einer früheren Schulung (Grafik und Webdesign) die ich mal besucht habe, wurde ständig darauf hingewiesen das wir Fotos fürs Web ja immer mit 72dpi abspeichern sollen um es in seiner Dateigröße klein zu halten. Schon damals kam mir dies recht unlogisch vor. Zum anderen wurde auch gelehrt – wie auch noch auf vielen Seiten im Netz zu lesen ist – das Bilder für das Web nur 72dpi haben brauchen da der Monitor auch nur 72dpi darstellen kann.

    Inzwischen habe ich gelernt gelernt- auch dank Ihnen – das die Bildschirmauflösung (in dpi) eigentlich keine Rolle mehr spielt und Abhängig ist von der Monitorgröße und der Bildschirmauflösung (in Pixel)

  32. #32 | Christian | 30.07.06, 13:49

    Vielen Dank für den Artikel. Sehr anschaulich erklärt! Hat mir sehr geholfen.

  33. #33 | Hansgeorg Röbe-Oltmanns | 05.09.06, 09:22

    Hallo Herr Schmid,

    endlich einmal Informationen und Erfahrungen aus der Praxis, statt aufgemotzter Werbe-Sauce. Ich teile Ihre Meinung zu PowerPoint, was die Bildqualität angeht. Dort stoße ich schnell an Grenzen, vor allem, wenn es um das Hineinzoomen geht.

    Können Sie mir bitte andere Präsentationsprogramme nennen, die besser mit professionellen Fotos zurecht kommen ?

  34. #34 | Christian R. | 11.09.06, 12:54

    Hallo Herr Schmid,
    ich habe die Aufgabe im Rahmen meines Studiums mit einem kommerziellen Scanner Fehlererkennung an Plexiglas zu untersuchen. Dazu hätte ich ein paar Fragen.

    Die Teilchengröße bewegt sich bei ca. 10µm, woraus folgt, dass ich eine Auflösung von 2450 benötige (müsste richtig sein!?).

    Die Suche nach einem Scanner hat weitere Fragen bei mir aufgeworfen. Die Auflösung, die für mich relevant ist, ist einzig die optische und effektive aber keinesfalls die maximale, denn da wird nur das Signal höher abgetastet ohne dass jedoch wirklich bessere Bildinfo entsteht (müsste auch richtig sein!?).

    Einige Hersteller springen in der Angabe ihrer Auflösung zwischen den Einheiten dpi und ppi. Ist dieser Wert nur von der Seite des Scanners aus betrachtet der selbe?

    Was für Scannertypen eignen sich bei diesen hohen Auflösungen?

    Gibt es neben der Möglichkeit einer Durchlichtbeleuchtung noch andere Beleuchtungsarten?

    Danke für die Beantwortung meiner Anfrage

  35. #35 | Ralf Schmid | 11.09.06, 19:26

    @ Herr Röbe-Oltmanns und Herr R.

    Nichts für ungut, aber die Fragen driften allmählich mehr und mehr in den Off-topic-Sektor ab. Der Aufsatz beschäftigt sich mit dem grundlegenden Verständnis des Pixels und der praktischen Arbeit mit ihm – dass Herr Schmid empfiehlt, welche Präsentationsprogramme man am besten einsetzt oder welchen Scanner man sich kaufen sollte, war eigentlich nicht die Absicht. Ich werde Ihre Fragen zwar so gut es geht beantworten, darf aber ankündigen, dass es die letzten dieser Art sein werden, auf die ich eingehe.

    Also Präsentationsprogramm: Wir arbeiten mit Apples Keynote (das nur auf dem Mac läuft), PDF und gelegentlich Flash – je nachdem, was ansteht. Alle drei Programme/Methoden haben Stärken und Schwächen, kommen mit Fotos aber gut zurecht. (Dessen ungeachtet ist es allemal besser, Fotos in einem ordentlichen Bildbearbeitungsprogramm in die finale Form zu bringen.) Ansonsten enthält auch OpenOffice ein Präsentationsmodul, in Ermangelung eigener Erfahrung kann ich dazu aber nichts sagen.

    Hinsichtlich Ihres Plexiglases stehe ich wohl auf der Leitung, Herr R. Was meinen Sie denn mit Teilchengröße? Und wie kommen Sie von der auf die Scanauflösung? (Unter Plexiglas stelle ich mir so eine Art Scheibe vor und frage mich, was sie daran eigentlich scannen.) Den Unterschied zwischen »maximaler« und »effektiver« Auflösung kenne ich leider auch nicht, ich rate mal, dass »maximale« Auflösung so ein ähnlicher Schwachsinn ist wie der »digitale Zoom« mit dem viele Digitalkameras auftrumpfen – eine sinnlose Angabe, die sich an (in erster Linie männliche) Käufergruppen richtet, denen beeindruckendes Zahlenmaterial am allerwichtigsten ist (»Boah, meine Lautsprecher haben 20.000 Watt!« »Pah, meine 25.000!« »Echt? Schluck …«). Kurz und gut: im Zweifelsfall dürfte sich hinter »effektiv« allemal der zuverlässigere Wert verbergen.

    Dpi oder ppi meint im Zusammenhang mit der Eingabebauflösung tatsächlich dasselbe und ist ein Beispiel der im Aufsatz angesprochenen begrifflichen Schlamperei. Neben Durchlicht- gibt es auch noch Auflichtscanner, welcher sich für Sie am besten eignet, weiß ich aber nicht, weil ich wie gesagt nicht ganz begriffen habe, was Sie so genau scannen wollen. Und nochmal: ich bin alles andere als ein Scannerspezialist, mir ging es um die Vermittlung von Grundlagen, für Detailfragen zu Scannern sollten Sie entsprechende Foren besuchen.

  36. #36 | Christian R. | 12.09.06, 09:01

    Hallo Herr Schmid.

    Entschuldigen Sie wenn ich mich zum Einen zu schlampig ausgedrückt habe und zum Anderen hier den Rahmen verlassen habe.
    Trotzdem zur Klärung: Mit der Teilchengröße meinte ich die Größe der Fehler/Verunreinigungen im Plexiglas die ich mit einem Scanner untersuchen will und von daher auflösen muss. (salopp gesagt: kleine schwarze Flecken im Glas).
    Ihr Kommentar zu Klärung der Angabe der Auflösung bringt es denke ich gut auf den Punkt.

    Vielen Dank für Ihre Mühe und die Hilfe

  37. #37 | Karen Weber | 09.02.07, 11:10

    Hallo Hr. Schmid,

    vielen Dank für die wunderbare Seite, die hat meinem Verständnis sehr auf die Sprünge geholfen!

    Eine Frage habe ich aber noch:
    Ich möchte Dias scannen (Kleinbild, 24×36mm), um sie auf dem Monitor (19’’ TFT, Auflösung 1280×1024) darzustellen. Ich habe bei meinen Tests so gescannt, dass eine Bildgröße von ca. 1600×1060 Pixel entstanden ist. Habe ja von Ihnen gelernt, dass das ausreichend ist. Wenn ich das Resultat auf dem Monitor vergleiche mit Bildern einer 5 Megapixel-Kamera (2592×1944 Pixel), fallen die gescannten Dias deutlich in der Qualität ab gegen die Digitalfotos. Sie wirken etwas unscharf und bei weitem nicht so brilliant wie die Digitalfotos.
    Woran liegt das? Stößt der Scanner an seine physikalischen Grenzen, wenn er mit 1200 ppi scannen soll? Laut Herstellerangaben kann er max. 4800×9600 dpi (was gewiss ppi heißen müsste). Oder ist es einfach zuviel verlangt, aus einem physisch so kleinen Objekt wie einem KB-Dia diese Auflösung herauszuholen? Oder habe ich mit anderen Parametern beim Scannen die Chance, ein den Digitalfotos vergleichbares Resultat zu erzielen?

    Noch eine kleine Verständnisfrage am Rande: Was bedeutet die Herstellerangabe beim Scanner, “max. 4800×9600 dpi (Hardware)”? Kann er damit max. 4800 ppi erfassen? Aber was bedeuten dann die 9600? Den pixel per inch ist doch die Dimension egal. Oder habe ich da etwas doch noch nicht richtig verstanden?

    Vielen Dank für Ihre Hilfe!

  38. #38 | Ralf Schmid | 09.02.07, 15:24

    Liebe Frau Weber,

    dass Ihre Dia-Scans gegen die Fotos nicht anstinken können, liegt in der Tat am Scanner. Ob der an seine physikalischen Grenzen stößt, kann ich so nicht beruteilen, fest steht aber, dass es ganz klar problematisch ist, ein KB-Dia so hoch aufzulösen. Soll heißen, in Fachlaboren machen das teure Hochleistungsgeräte, und die Vorstellung, handelsübliche Consumer-Scanner könnten das genau so gut, ist nicht sehr realistisch. Insofern würde ich mal meinen, die Ursache ist eine Mischung aus den beiden Aspekten Leistungsfähigkeit und Aufgabe, da liegen Sie schon richtig.

    Was der Scanner-Hersteller meint, kann ich nur vermuten, weil so ein Scanner-Hersteller viel meint, wenn der Tag lang ist. Falsch ist definitiv die dpi-Angabe, das müssen ppi sein, und die Zahlen würde ich mal dahingehend interpretieren, dass er ein Inch der Vorlage in der einen Richtung in maximal 4.800 Punkte und in der quer verlaufenden Richtung in max. 9.600 Punkte auflösen kann, die Punkte wären dann also nicht mehr quadratisch (was immer das bringen soll). Grundsätzlich würde ich freilich empfehlen, konkrete Ergebnisse zu begutachten, das bloße Hinausposaunen möglichst hoher Zahlen war noch nie ein Qualitätsmerkmal.

  39. #39 | Elisabeth A. | 22.05.07, 20:21

    Vielen Dank für Ihre interessante und gut gemachte Seite!

    Ich möchte gerne Ihre praktische Formel “Ausgabegröße = Pixelmenge : Druckauflösung” nützen und frage mich jetzt jedoch, ob und wie ich die eingestellte Körnung berücksichtigen muss/kann.

    Können Sie mir helfen?

  40. #40 | Conny | 26.09.07, 21:31

    Hallo Herr Schmid,
    wir haben ein Problem mit unserem Hochzeits-Fotografen. Dieser hat uns eine DVD gebrannt mit 2912 × 4368 Pixel und 72 dpi. Daraufhin wollten wir eine neue DVD mit 300 dpi. Als Resultat haben wir eine DVD mit 3333 × 5000 Pixel und wieder 72 dpi erhalten. Folgende Erklärung hat unser Fotograf:

    “Ich habe alle bearbeiteten Aufnahmen auf die DVD gebrannt, die unbearbeiteten Fotos haben wir in der Dateigröße auf eine Maximum-Dateigröße erhöt um die Verpxelung zu vermeinden eine Erhöhnung der Inch-Größe ist leider nicht möglich – Sie haben bei der Dateigröße, welche auf der DVD vorhanden ist, die Möglichkeit Vegrößerungen bis zum Maß 176,39 cm x 117,58 cm ohne Qualitätsverlust anzufertigen.”

    Jetzt sind wir völlig verwirrt, denn nach Ihren Formeln wäre diese Vergrößerung bei 300 dpi nicht möglich. Können wir mit 72 dpi ohne Qualitätsverlust (Top-Qualität?) Bilder in 176,39 × 117,58 cm entwickeln lassen?
    Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort.
    MfG
    Conny

  41. #41 | Ralf Schmid | 27.09.07, 09:40

    Liebe Frau Holz, ich kann Sie dahingehend beruhigen, dass das Problem mit Ihrem Hochzeitsfotografen insofern kein echtes Problem ist, als erstens die Pixelmenge von 3000 x 5000 (als ca. 15 Megapixel) durchaus stattlich ist und es zweitens vollkommen unerheblich ist, in welcher »Auflösung« diese auf die DVD gebrannt sind, weil die Auflösung Sie frühestens bei der Ausgabe (also dem Druck/Abzug) zu interessieren braucht. Leider kann ich Ihren Fotografen nicht ganz entlasten, weil seine Aussage hinsichtlich der Ausgabegröße natürlich Unsinn ist. Als »verlustfrei« gilt normalerweise eine Ausgabeauflösung von 300 dpi, in aller Regel halten sich auch bei 200 dpi die Verluste noch in einem vertretbaren Rahmen. Und wenn Sie die Pixelmenge in die Formel einsetzen, dann ergeben sich als Ausgabeformat bei 300 dpi 28 x 42 cm und bei 200 dpi sogar 42 x 63 cm. Also alles locker im grünen Bereich.

  42. #42 | Heger Hubert | 14.10.07, 00:50

    Hallo . Ich hätte da eine Frage. Würde gerne von einer Druckerei eine fototapete im chinesischen Stil drucken lassen. Und zwar von einem Foto ( Format jpg) mit einer Abmessung von 1056 Px x1400Px bei 72 DPI
    Die Tapete soll dann eine Grösse von 150cm x 130cm bei sehr guter Auflösung und Qualität sein da es in einem nicht sehr grossen Zimmer platziert werden soll und dabei eben so wenig qualitative Einbußen zu sehen sein sollten. Gibt es da eine Möglichkeit, soeatwas zu machen ?? Oder ist dies eher unmachbar.. Liebe Grüsse aus Wien .
    Hubert Heger

  43. #43 | Ralf Schmid | 15.10.07, 12:54

    Hallo Herr Heger, machen lässt sich das zwar, Sie werden aber ein umso deutlicheres Quadratmuster sehen, je näher Sie dem Bild kommen. Das lässt sich kaum vermeiden, mehr als an Bildinformation drin steckt, steckt nun mal nicht drin. Alternativ können Sie das Bild (besser: seine Pixelmenge) softwareseitig hochrechnen, was die Qualität aber keinesfalls besser machen wird.

  44. #44 | Th. Schindler | 02.03.08, 18:01

    Hallo,
    auch ich hätte gern eine Auskunft von jemandem mit Erfahrung. Habe eine für mich zufriedenstellende Aussage noch nirgends finden können.
    Ich möchte wie viele andere auch meine Diasammlung einscannen, damit ich sie später anstatt auf der Leinwand,im Fernseher bewundern kann. Abgesehen davon, das ein Flachbettscanner bestimmt nicht das nonplusultra darstellt, würde man totzdem ein akzeptables Ergebnis bekommen? Scannen könnte ich die Dias mit 300 oder 600 dpi/ppi. Auf was müsste man noch achten? Ich hoffe das man das so einigermaßen pauschal beantworten kann. Vielen Dank für die Beantwortung.

  45. #45 | Gerhard Sokol | 21.06.08, 10:44

    Sehr gehrter Schmid,
    selten habe ich einen derart flüssigen, alles klärenden Artikel gelesen! Gratuliere! Hut ab vor Ihrer Sachkenntnis.
    Und doch: Sie wissen, dass immer mehr Dienstleister mit LFP großformatige Leinwanddrucke liefern. Ich mache hochaufgelöste Dateien mit 3568×2196 Pixel, weil ich beste Auflösung zeigen will. Er wünscht sich aber höchstens 1200×900 Pixel – und es darf allerdings auch ein Bisserl mehr sein – um ein 100×75 cm großes Leinwandbild zu liefern. Und die Leute reden immer nur von dpi! Riskiere ich, dass bei dem LF-Printer heruntergerechnet wird und das fertige Produkt Schärfe vermissen lässt? Danke für Ihre Mühe!

  46. #46 | Ralf Schmid | 23.06.08, 12:05

    Lieber Herr Sokol, mangelnde Sachkenntnis wäre eine sehr bescheidene Geschäftsgrundlage, insofern gibt es keinen Grund, gleich den Hut zu ziehen. Ich bitte aber dennoch um Nachsicht, dass ich nicht hellsehen und insofern auch nicht beurteilen kann, wie sich ein mir unbekannter Dienstleister verhalten wird. Das beste wird sein, Sie fragen ihn einfach selbst.

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