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Notizen zu Textpattern [1]

Textpattern (im Folgenden kurz TXP genannt) basiert, wie viele vergleichbare Systeme, auf MySQL-Datenbanken, die mit PHP gesteuert werden. Zur Installation wird das Datenpaket per FTP auf den Server geladen, ruft man das Backend zum ersten Mal auf, erscheint die Aufforderung, seine Datenbankparameter einzugeben, damit ist die Installation erledigt, das System läuft. Einfacher geht es also kaum, doch viel gewonnen ist so natürlich noch nicht.

Zum Aufbau einer Sitestruktur erlaubt TXP die Einrichtung von Sektionen. Jeder Sektion kann ein eigenes Seitentemplate zugewiesen werden, zusätzlich gibt es die Option, Kategorien in beliebiger Zahl anzulegen, die Artikel können dann einer oder zwei dieser Kategorien zugeordnet werden. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen besteht allerdings kein Zusammenhang zwischen Sektionen und Kategorien, Artikel der Kategorie A können genauso gut zur Sektion 1 gehören wie zu jeder anderen.

Bei der Erzeugung von Seitentemplates sind gute HTML-Kenntnisse dringend anzuraten. Zwar gibt es ein internes System von TXP-Tags, mit denen sich einfache Templates zusammenbauen lassen, in den meisten Fällen wird man aber nicht um individuelle Anpassungen herum kommen, das interne Tag-System sollte eher als Vereinfachung ohne Anspruch auf Vollständigkeit betrachtet werden. Die Templates können neben den internen TXP-Tags beliebige HTML- und PHP-Passagen enthalten, zusätzlich lassen sich, was wirklich sehr schön gemacht ist, modulare, wiederum aus TXP-Tags, HTML und PHP bestehende Bausteine einbinden, die separat verwaltet werden.

Screenshot Textpattern Backend
Screenshot des Backends (Bsp. Artikeleingabe)

Der grundsätzliche Aufbau gehört sicher zum besten, was wir in dieser Hinsicht bislang gesehen haben, im Detail hapert es aber leider noch an einigen Umgereimtheiten, und mitunter stehen die TXP-Tags dem gewünschten Ergebnis sogar eher im Weg, als dass sie es begünstigen würden. Wenn man aber mit kleineren Abstrichen leben kann (was wir können), lässt sich die Sitestruktur mit einfachen Mitteln und vor allem sehr schnell aufbauen.

Ein wenig inkonsequent ist das Problem der URL-Umwandlung gelöst. Zwar lassen sich per Voreinstellung »saubere URLs« erzeugen (z. B. xyz.de/sektion/titel statt xyz.de/index.php?id=x), bis jetzt ist es uns allerdings noch nicht gelungen, auch URLs wie etwa xyz.de/kategorie/titel zu erzeugen, die bleiben weiterhin »schmutzig«.

TXP verwaltet grundsätzlich alles in einer Datenbank, Artikel und Bilder ebenso wie Templates und Bausteine. Die Ausgabe besteht genau genommen aus einer einzigen Seite, die beim Aufruf mit PHP-Includes variabel zusammengesetzt wird. Vorgesehen ist auch die CSS-Verwaltung via Datenbank, wir haben es allerdings vorgezogen, die CSS-Files in gewohnter Weise auszulagern, was problemlos machbar ist.

Der Upload und die Verwaltung von Bildern ist die reine Freude. Bilder lassen sich (unabhängig von den Artikeln) kategorisieren, mit Thumbnails verknüpfen und bieten Eingabefelder für strukturelle Angaben wie Alt-Texte und Bildlegende (wie sich letztere ausgeben lässt, haben wir bislang allerdings noch nicht herausgefunden).

Der modulare Aufbau erlaubt es, sehr flexible Sitestrukturen zu errichten, das dahinter stehende Konzept wird allerdings mitunter grob durchkreuzt. So ist etwa die Darstellung der Suchergebnisse nur zu kontrollieren, wenn man ein wenig in den PHP-Innereien wühlt und das Kommentarformular ist eine einzige Katastrophe, die sich selbst mit mutigen Eingriffen nur bedingt beeinflussen lässt, aus unklaren Gründen werden die Eingabefelder durch diverse Arrays geschleust, bis sie sich endlich zu einem Formular versammeln, was die Anpassung nicht eben erleichtert. Hier bleibt nur die Hoffnung auf kommende Updates.

Eine Reihe von individuellen Anforderungen haben wir mit Plug-ins gelöst, von denen es zahllose gibt, normalerweise bestehen sie aus PHP-Funktionen, die mit zusätzlichen TXP-Tags aufgerufen werden. Die Installation und Aktivierung der Plug-ins lässt keine Wünsche offen, da es sich um reines PHP handelt, können auch sie ggfls. modifiziert werden.

Die für uns zentrale Frage lautet jedoch, ob und wie sich TXP als System für Kunden einsetzen lässt. Hier sind wir offen gestanden noch zu keiner finalen Bewertung gelangt, tendieren aber zum Ja. Für das System spricht die einfache, klar gegliederte Oberfläche des Backends und seine unkomplizierte Bedienung. Dagegen spricht, neben der fehlenden Dokumentation (bei Open Source Projekten leider keine Ausnahme), dass für die HTML-Formatierung eines Artikels keine geeigneten Hilfsmittel angeboten werden, wie es etwa bei WordPress der Fall ist, wo die wichtigsten Tags per Tastendruck einfügbar sind. Den Vorteil des optional verwendbaren »Textile« gegenüber HTML-Tags können wir nur bedingt erkennen.

Insgesamt, sozusagen als Fazit des Ersteinsatzes: für ein System, dass noch nicht einmal den Status der ersten offiziellen Version erreicht hat, ist es große Klasse. Einige Details sind ausgesprochen ärgerlich, keines davon ist jedoch auf Dauer unüberwindlich.

Gute Quellen

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