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Osama Bin Faxen

Faxterror

Sollte das, was unserem Faxgerät im Lauf eines Monats entquillt, ein Gradmesser für den Zustand der Welt sein, dann leben wir definitiv in einem Irrenhaus, und zwar in der geschlossenen Abteilung, umringt von hoffnungslosen Fällen. Unbekannte Schlauberger (die meisten von ihnen ließ man aus unerfindlichen Gründen studieren) haben den aussendenden Gewerbetreibenden eingeredet, ein sicherer Weg, ihre Produkte gewinnbringend an den Mann zu bringen, sei es, Unbeteiligten systematisch auf den Sack zu gehen. Zu befürchten ist, dass sie damit nicht einmal unrecht haben. Das eine Prozent Rücklauf, dass bei solchen Aktionen gemeinhin als Riesenerfolg gilt, dürfte sich schon erreichen lassen, es gibt ja bekanntlich genügend Hysteriker, die konsequent alles erwerben, was ihnen angeboten wird.

Um die schwäbische Perspektive ins Spiel zu bringen: Unser Faxgerät fristet als Folge überlegener Kommunikationstools zwar ein Mauerblümchendasein, gleichwohl lässt es sich nicht einfach abschaffen, wenn Sie ein Geschäft betreiben, werden sie dem zustimmen. Die kürzlich zu empirischen Zwecken erfolgte Auswertung einer verbrauchten Filmpatrone hat indes ergeben, dass ihr Lebenswerk zu etwa 90% dem Abarbeiten von Belästigungen grober Nervensägen galt, nachgerade unerträglich angesichts ihres Preises, der ebenso grotesk überteuert ist wie der von Druckerpatronen.

Obschon von Haus aus milde und versöhnlich gestimmt, hätten wir kein Problem, die uns so entstehenden Kosten energisch und notfalls auf dem Rechtsweg einzufordern, und sei es nur, um die außer Rand und Band geratenen wieder zur Besinnung zu bringen. Leider ducken die sich – ebenfalls wenig überzeugend – im Zwielicht, folglich hilft auch der Gesetzgeber nicht weiter. Bis auf Weiteres müssen wir uns also auf ausufernde Gewaltphantasien beschränken, immerhin eine schöne Kreativübung. Bleibt nur zu hoffen, dass uns demnächst nicht auch noch Honorarnoten für die Impulsgebung ins Haus flattern. Per Fax womöglich.

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