Wenn es überall nach Lebkuchen und Glühwein duftet, kommen auch wir nicht umhin, unsere steten Bestrebungen Revue passieren zu lassen und versonnen im Bilderalbum zu blättern. Zuweilen sind es längst vergessene Kleinode, die man so ans karge Tageslicht befördert, zum Beispiel eine vor einigen Jahren just um diese Jahreszeit herum entstandene Weihnachts-Mikrowelle.
»Für eine Presseaktion benötigen wir eine Mikrowelle, die weihnachtliche Wärme ausstrahlt. Wie mit Airbrush bemalt soll sie aussehen, Gemüse muss drauf sein, auch die Möglichkeit, mit ihr zu braten, soll sich niederschlagen. Und keinesfalls bierernst, bitte!«, so in etwa lautete die Ansage des Kunden Bauknecht. Die weihnachtliche Wärme des aufzumotzenden Originals hielt sich zugegebenermaßen im Rahmen:

Erst mal Gemüse schnippeln. Dass die Auswahl im Winter traditionell bescheiden und grünlastig ausfällt, was soll’s? Diese Zeiten sind längst vorbei. Auch die Befreiung des Brathähnchens aus dem engen Käfig war uns ein echtes Anliegen, in die Lüfte sollte es sich schwingen, am besten im kleinen Schwarm. Dazu ein paar fliegende Fische und selbstverständlich Sterne, Zweiglein und Lichterwerk:

Was mit leichter Hand hingeworfen erscheint, ist in Wirklichkeit ein langwieriges Montieren gefühlter -zigtausend Ebenen, die spätere Position der Mikrowelle ist schemenhaft angedeutet. Auszusparende Bereiche konnten wir uns getrost schenken, nur nach oben hin musste das Motiv Reserven bieten, weil die spätere Oberseite aus perspektivischen Erwägungen verzerrt und gestaucht werden musste.
Die »Tapete« haben wir anschließend auf eine Ebene reduziert und über die freigestellte Mikrowelle gelegt (Ebenenüberblendung »Ineinanderkopieren« in Photoshop). Als nächstes folgte die besagte Anpassung der Oberseite und vielerlei Detailgefummel mit einzelnen Werkzeugen. Zum Abschluss noch einen warmen Hintergrund darunter, schon konnte es weihnachten:

Kleiner Witz dazu am Rand: Nicht jedem Leser der Zeitschriften, in denen das Bild erschien, war klar, dass alles nur Schall und Rauch ist. Tatsächlich gab es einige Anfragen, wo das Modell denn käuflich zu erwerben sei.