Sicher, die Welt leidet an unstillbarem Bilderdurst – dass jeden Tag tausende von neuen Bildmotiven ersonnen werden, ist zugegebenermaßen ein bisschen viel verlangt. Daraus den Freibrief zum Einsatz der immer gleichen, millionenfach durchgekauten abzuleiten, ist deswegen noch lange nicht statthaft. Wenn einem in Zukunft wenigstens die folgenden fünf einfallslosesten erspart blieben, wäre das immerhin ein Lichtblick. Was nicht heißen soll, dass sich die Liste nicht noch eine ganze Weile fortführen ließe.

Der schiere Umstand, dass man über ein Telefon verfügt, das zudem jemand abnimmt, wenn es klingelt, mag für manche zwar immer noch unfassbar sein, in Wirklichkeit sind Telefone inzwischen recht verbreitet. Zumindest sind sie nicht so außergewöhnlich, dass man an jeder sich bietenden Stelle darauf herumreiten müsste – etwas anderes tut das Bild nämlich nicht. Erschwerend hinzu kommt, dass Anrufe bei der Headset-Fraktion auffallend oft die ursprüngliche Idee eines Telefonats konterkarieren.

Kommt immer zum Einsatz, wenn es um Investitionen und Finanzen bzw. deren Optimierung geht. Spätestens seit Mitte der 90er-Jahre auch Kleinsparer zu Investoren reiften, muss auf diesem Feld natürlich ganz schön was weggedruckt werden. Weil die Abbildung von reinem Bargeld nicht auf ungeteilte Zustimmung stößt, einigte man sich wohl auf die Börsenseite mit Brille drauf. Wahlweise liegt mitunter noch ein Montblanc-Füller herum oder es steht eine Kaffeetasse in der Nähe – beides macht es leider nicht origineller.

Visualisiert so gut wie alles. In Mode gekommen ungefähr zu der Zeit, als Golf begann, nicht mehr länger als Beschäftigungstherapie für amerikanische Rentner zu gelten, sondern sich in den regulären Freizeitkanon fürs mittlere Management und aufwärts einreihte. Zwar glaubt kein Mensch, dass es schwer sein soll, den Ball aus seiner derzeitigen Lage vollends ins Loch zu befördern, aber sobald dieses Bild irgendwo auftaucht, ist klar: Hier wird Unglaubliches gestemmt – egal was.

Wo man in alten Zeiten lediglich einen Brief schrieb, durchläuft man heute integrierte Dokumenterstellungsprozesse mit implementierten Applikationen. Und natürlich herrscht an Prozessen auch sonst kein Mangel, das ganze Leben ist ja nichts anderes als eine Aneinanderreihung von Prozessen. Besser gesagt: eine Verzahnung – und schon haben wir eine veritable Bildidee, mit der sich die kolossale Komplexität des internationalen Prozesswesens auch für Minderbegabte einleuchtend darstellen lässt.

Eindeutig das gnadenloseste aller ausgeluschten Bildmotive. Stand der Händedruck im traditionellen Geschäftsleben lange für eine klare und verlässliche Haltung, mit der man diese Geschäfte betreibt, ist er zumindest als Bildmotiv so tot, dass er bereits unangenehm müffelt. Ganz davon abgesehen, dass der Handschlag auch als Bedeutungsträger seine besten Zeiten schon hinter sich hat. Wem nichts anderes mehr einfällt als dieses Motiv, für den wird es allmählich Zeit, den Stuhl zu räumen. Ein, zwei Jahre Auszeit sollten es mindestens sein, bevor man einen neuen Versuch wagt.
Bildquellen: Photodisc (1), stock.xchng (2-5)