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Wundersame Nachbarschaft [1]

Zum Auftakt unserer losen Reihe mit Nennenswertem aus der näheren Umgebung schauen wir mal rüber zum Metzger Schneider, schon weil der halbe Westen (zumindest diesseits der Bebelstraße) bei ihm zu Mittag isst:

Der Metzger Schneider

Dass Metzgereien viel mit Fliesen arbeiten, kommt nicht von ungefähr: Sauber geputzte Fliesen signalisieren keimfreie Frische, zudem sind sie wenigstens an den sensibelsten Stellen vorgeschrieben. Innen wohlgemerkt – keiner verlangt, dass auch die Fassade mit Fliesen beklebt werden muss. Insofern kann es als gesichert gelten, dass die Schneider’sche Fassade Ausdruck eines Gestaltungswillens ist, der mit »ausgeprägt« noch schwach umschrieben wäre. Mut muss man ihm auf jeden Fall attestieren: Wer mit mindestens fünf Schriften jongliert, in rot und grün schwelgt, ohne dabei ins Italienische abzudriften und überdimensionierte Vesperbretter an Ketten hängt, der ist keinesfalls erschrocken.

Der Metzger Schneider

Auch das identische Schild gleich dreifach übereinander zu staffeln – in unterschiedlichen Größen, vielleicht, damit etwas Bewegung in die Sache kommt – ist eher kein Indiz für Liebe zum Understatement.

Trotzdem oder gerade deshalb, ganz wie Sie wollen: als Metzger ist er klasse und die Mitarbeiter sind ausgesprochen freundlich und zuvorkommend. Und das ist ja die Hauptsache, nicht?

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