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Zähne zeigen?

Brauchen wirklich auch Zahnärzte Blogs?

fragt die Netzeitung besorgt und zieht sich an Bildern wie dem nebenstehenden hoch. Aufmerksam wurde die Netzeitung höchstwahrscheinlich durch einen Artikel von The Exit, der zwar weniger besorgt klingt, aber ebenfalls offen lässt, wie er es findet. Gut dagegen findet es wohl Andreas, zumindest würden wir seinen Artikel so deuten.

Kenner unserer Werke wissen, worum es bei allen drei Artikeln geht: das Zahnblog von Dr. Wolfgang Gerner, das vor kurzem mit unserer tatkräftigen Unterstützung an den Start ging.

Die Frage, ob Zahnärzte Blogs brauchen, ist ungefähr so müßig wie die Gegenfrage, ob sich eigentlich jede Zeitung mit der »Blogosphäre« befassen muss. Muss sie nicht, tut sie aber, und dasselbe gilt für das Zahnblog. Die zugegebenermaßen drastischen Bilder gibt es bei Dr. Gerner übrigens schon seit Jahren, da war das Ganze aber noch kein Blog, sondern eine »normale« Website. Da wir an der Wahl dieser Mittel nicht ganz unschuldig sind, dachten wir, es wäre an der Zeit für ein Statement. Wenn Sie gestatten, jubeln wir Ihnen vorher aber noch eins unter:

Horrorkabinett Zahnarztpraxis 2
© Wolfgang Gerner

Dr. Gerners Webanfänge liefen eindeutig unter »special interest«. Zielgruppe waren Zahnärzte, die überzeugt werden sollten, dass man Patienten mit diffizilen Wurzelproblemen besser an den endodontischen Spezialisten überweist, wie es in anderen medizinischen Bereichen gang und gäbe ist. Zahnärzte haben mit solchen Bildern natürlich keinerlei Schwierigkeiten, sie zeigen ja nichts anderes als sie den ganzen Tag vor Augen haben.

Zugegeben, auch uns wurde beim Layouten damals ein wenig blümerant (inzwischen haben wir uns an den Anblick gewöhnt), schnell war aber auch klar: Es sind starke Bilder, die kaum jemanden unberührt lassen. Die notorischen Fröhlichkeitsgranaten mit ihren ostentativ zur Schau gestelllten Prachtgebissen, wie der durchschnittliche Zahnarzt sie schätzt, sind im Gegensatz dazu ausgesprochen schwache Bilder. Ihr inflationärer Einsatz ließ sie längst zur austauschbaren Dutzendware werden, die man in ihrer Beliebigkeit kaum noch wahrnimmt, geschweige denn davon berührt wird. Und wenn wir als Designer die Wahl zwischen starken und schwachen Bildern haben, entscheiden wir uns immer für die starken, soviel steht schon mal fest.

Nur bitte nicht missverstehen: Das Konzept lautet nicht »Aufmerksamkeit durch Schockwirkung« – das wäre eine ziemlich lächerliche Masche. Die Bilder sind immer präzise am Thema und damit fraglos auch dokumentarisch und aufklärerisch. Zudem empfehlen wir jedem, die Bilder nicht ohne die dazugehörigen Texte zu bewerten. Die schreibt nämlich ein Mann, der wirklich liebt, was er tut und seine lockere Art der Aufbereitung führt dazu, dass der Ekel bald nachlässt und das Interesse in den Vordergrund tritt. Vertrauen Sie uns, wir wissen wovon wir reden.

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