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Brüllaffenalarm

Eilige Pressepost

»EILIGE PRESSEPOST!«, schreit einem der Umschlag entgegen, und das am hellichten Vormittag! So eilig, dass man das Entgelt nur in Anführungszeichen bezahlen konnte vermutlich – anders lässt sich die eigenwillige Zeichensetzung kaum erklären. Was so dermaßen eilig ist? Die Dezember-Ausgabe (echt früh dran, Leute …) von »media & marketing«, einem der zahllosen Käseblätter, mit denen offenbar jeder jahrelang überschwemmt wird, der im weitesten Sinne unter »kreativ« läuft. Übrigens ohne dass man jemals darum gebeten, geschweige denn einen Abonnentenvertrag abgeschlossen hätte. Schon klar warum: einfach sein Heftchen allen schicken, die nicht gleich dagegen prozessieren, schon sind die Abonnentenzahlen eindrucksvoll und die Anzeigenpreise gehen nach oben. Dass es etwas Absurdes hat, die Dinger Monat für Monat durch die Republik zu befördern, nur um am Ziel den direkten Weg ins Altpapier zu nehmen – nun ja, was soll’s? Immerhin bewahrheitet sich die Goldene Regel, wonach der Inhalt meistens umso sinn- und belangloser ausfällt, je lauter das Geschrei gerät, mit dem er angepriesen wird.

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