Adventsbesinnlichkeit? Na klar, jederzeit. Leider bleibt es beim frommen Wunsch. Stattdessen Stress pur in kilometerlangen Schlangen, die sich an den Kassen der Einzelhändler formieren. Falls zuvor auch noch ein Glühwein oder zwei zugeführt wurden, dürfte die Bewusstseinstrübung perfekt sein. Kein Wunder, wenn einem beim Zücken der EC-Karte alles Mögliche einfallen will, nur die blöde PIN-Nummer nicht – zumal der durchschnittliche digitale Alltag mit seiner Vielzahl von PINs, IDs und Passwörtern auch außerhalb des vorweihnachtlichen Ausnahmezustands nur noch von Gedächtniskünstlern zu stemmen ist. Wer nicht zu Letzteren zählt, tut gut daran, sich Notizen zu machen, möglichst solche, die von Dritten nicht entschlüsselt werden können. Strategien dafür gibt es zahlreiche, eine sehr gute, mit der sich zumindest die wirren Zahlenfolgen der diversen EC-, Bank- und Kreditkarten bewältigen lassen, geht so:
Zunächst denkt man sich ein Wort aus, das aus 10 Buchstaben bestehen muss, wobei jeder Buchstaben nur einmal vorkommen darf. Falls Sie sich fragen ob es ein solches Wort überhaupt gibt: Ja gibt es, sogar jede Menge. ZWICKMÜHLE beispielsweise, HEULKRAMPF, RABENHORST oder WACHDIENST. Wenn Sie das Wort haben, merken Sie es sich gut, es wird ab sofort der Schlüssel zu allen Zahlenreihen sein. Als nächstes ordnen Sie jedem Buchstaben eine Zahl von 0 bis 9 zu, etwa so (sie könnten die 0 natürlich auch an den Anfang stellen):

Angenommen, eine Ihrer PINs lautet 9716, dann wäre deren Entsprechung also LÜZM, falls ZWICKMÜHLE Ihr Schlüsselwort wäre, die PIN 2309 entspräche dann WIEL usw. »Super«, werden Sie vielleicht einwenden, »soll LÜZM etwa leichter zu merken sein als 9716?« Nein, soll es nicht: Sie brauchen sich nichts mehr zu merken außer Ihrem Schlüsselwort, LÜZM schreiben Sie sich ganz cool auf die Karte:

Falls Sie Ihre Karte verlieren oder sie gestohlen wird, kann der Finder/Dieb mit der Information LÜZM oder WIEL nicht das Geringste anfangen, die Buchstabenkombination ist ohne Kenntnis Ihres Schlüsselwortes vollkommen nutzlos. Testen Sie die Methode ruhig einmal an, Sie werden sich wundern, wie unbeschwert man sich plötzlich fühlt, nachdem man eine Handvoll Nummern aus seinem Gedächtnisspeicher löschen durfte. So klappt es vielleicht auch noch mit der Besinnlichkeit.