Mit 3100 Mitarbeitern an 20 Standorten in Europa und den USA ist Bertrandt ein probater Engineering-Partner der internationalen Automobilindustrie. Der Leistungsbogen umspannt dabei die gesamte Prozesskette von der Idee bis zur Serienreife, und man findet nur wenig Automobilhersteller, die nicht zum Kundenkreis zählen.
Die Anfänge unserer Zusammenarbeit mit Bertrandt reichen ins Jahr 1999 zurück. Für die Personalabteilung entwickelten wir diverse Konzepte und Studien, die sich mit dem – heute kaum noch vorstellbaren, damals dringenden – Problem der Gewinnung ausgewiesener Fachkräfte mit Hilfe neuer (und auch nicht so neuer) Medien auseinandersetzten. Diese Arbeiten sind heute eher von dokumentarischem Wert, lassen wir es also bei der bloßen Erwähnung bewenden.
Anlässlich der Neugestaltung des Corporate Designs wurden wir Ende 2002 mit der Konzeption und Gestaltung der neuen Website beauftragt. Voraus ging die eingehende Untersuchung der bisherigen Lösung, ein ausführlicher Benchmarktest, bei dem diese sich dem Vergleich mit Angeboten einschlägiger Wettbewerber stellen musste und ein wenig Gerangel mit anderen Agenturen, das wir zügig für uns entscheiden konnten.
Der gestalterische Teil der Aufgabe war relativ einfach zu lösen, das neue Corporate Design zeigte Prägnanz und Klarheit, zudem erwies es sich als hochflexibel, was der Ausarbeitung adäquater Bildschirmlayouts sehr entgegen kam. Wesentlich schwieriger gestaltete sich hingegen der konzeptionelle Teil. Der Kommunikationsanforderung, das hohe Maß an Kompetenz in allen Facetten nach außen zu transportieren, stand das Gebot strikter Geheimhaltung entgegen, dem sich Bertrandt aus nachvollziehbaren Erwägungen verpflichtet hat. Hnzu kommt, dass das Leistungsspektrum extrem komplex und nur in vernetzten Zusammenhängen vollständig zu begreifen ist. Dass ein sehr heterogener Nutzerkreis, bestehend aus (potenziellen) Kunden, allgemein interessierten Fachleuten, Bewerbern, Journalisten, Investoren und Aktionären angesprochen werden sollte, machte die Sache auch nicht leichter.
Nach vielen Mammutsitzungen vor Ort und dem Durchexerzieren unterschiedlicher Szenarien kristallisierte sich schließlich eine tragfähige Lösung heraus, die das Fundament der neuen Website bilden sollte. Klarere Informationsarchitektur und eine deutlich einfachere Erschließung sollten die Hauptmerkmale der Neufassung sein, eine wesentliche Neuerung bestand auch in der Einführung eines Referenzteils, der sich aus den genannten Gründen zwar auf Projekte beschränken muss, die sich bereits in Serie befinden, diese aber in einiger Ausführlichkeit darstellt.
Unser Produktionspart konzentrierte sich im weiteren Verlauf auf die Progammierung zahlreicher Masterlayouts, Bildbearbeitung und Flash-Produktion, darüber hinaus haben wir uns in einigen Bereichen der Texte angenommen. Die technische Umsetzung und Anbindung an ein Redaktionssystem wurde hausintern von Bertrandt vorgenommen, zu Grunde liegt dabei das Portalsystem von Oracle. Um auch unsere technischen Fähigkeiten noch ein wenig zu fordern, konnten wir – sozusagen als Projekt im Projekt – die (technisch ausgelagerte) Job-Börse als MySQL/PHP-Lösung realisieren. Seit Frühjahr 2003 ist die neue Fassung online, bis heute steuern wir in regelmäßigen Abständen die Layouts für neue Referenzseiten bei und kümmern uns um Anpassungen, die von Zeit zu Zeit anfallen.
Im Jahr 2004 wurde eine weitere Aufgabe an uns herangetragen: die Konzeption und Gestaltung eines neuen Intranets, das die bisherige Version, die aus mehrerlei Erwägungen als unbefriedigend empfunden wurde, ersetzen sollte. Wir müssen um Verständnis bitten, dass Details hier ebenso außen vor bleiben wie Screenshots, das Intranet ist – der Name weist ja schon darauf hin – keine öffentliche Angelegenheit. Interessant sind aber allemal generelle Überlegungen zum Thema.
Was auf den ersten Blick erscheint wie eine Website in grün, nur eben für einen geschlossenen Benutzerkreis, erweist sich bei näherer Betrachtung als grundlegend andere Veranstaltung, auch wenn es gestalterische und technische Schnittmengen gibt. Haben wir es im ersten Fall mit einer Aufbereitung von Information zu tun, die unter Aspekten des Marketings und der PR nach außen getragen wird, ging es hier darum, die Wissensmenge von 3100 hochqualifizierten Köpfen, die sich auf Europa und die USA verteilen, an einem zentralen Punkt zu versammeln, zu strukturieren und zugänglich zu machen, um so gleichsam dem Wohle des Ganzen zu dienen. Auch unterschiedlichste Prozesse, von denen es in einem Unternehmen dieser Größenordnung wahrlich genug gibt, sollten im Intranet schneller, schlanker und effizienter vollzogen werden können, als es mit herkömmlichen Mitteln zu schaffen war. Wenn jeder Mitarbeiter auch nur eine halbe Stunde Zeit am Tag spart – eine Minimalanforderung an ein Intranet, die sich steigern lassen dürfte – können Sie leicht hochrechnen, was dies bei 3100 Mitarbeitern pro Jahr bedeutet.
Verglichen mit dem Internet verhielt sich die zu bewältigende Informationsmenge wie ein Kleinwagen zu einem doppelstöckigen Omnibus, soviel sei verraten. Der Aufbau einer transparenten Informationsstruktur geriet demzufolge zur echten Herausforderung, zudem mussten viele unterschiedliche Stimmmen und damit Auffassungen gehört werden, immerhin sollen die Mitarbeiter das Intranet als tägliches, selbstverständliches Werkzeug benutzen. Ende des Jahres war das Strukturkonzept dann festgezurrt, so konnten wir uns Anfang 2005 der Gestaltung zuwenden.
Hier wurde die Verwandtschaft zum Internet schon wieder deutlicher. Einschlägige Anforderungen an die Benutzerführung und die Wahl gestalterischer Elemente, die den reibungslosen Informationsfluss erleichtern sollen, waren hier ebenso gefragt wie bei jedem Medium, der Unterschied lag im Wesentlichen in der ungleich komplexeren Informationsmenge. Hinzu kam, dass wir uns nach Fertigstellung des Gestaltungskonzepts heraushalten würden, im Gegensatz zur Website würden wir nachträglich nicht mehr eingreifen, sonst wäre das Ziel verfehlt. Gefragt waren also einfache, flexible und funktionale Gestaltungsregeln, die es auch ungeübteren Mitarbeitern ermöglichen sollten, ihre Beiträge anschaulich aufzubereiten.
Mit der Ausarbeitung eines Style-Guides schlossen wir unsere Arbeit an dem Projekt ab, mit der Umsetzung wurden wiederum die entsprechenden Abteilungen bei Bertrandt betraut.