
Screenshot: shortbooks.de
Ärgerlich: Das Leben wird immer komplizierter, die Arbeit immer stressiger, die Freizeit immer knapper. Noch ärgerlicher: Um nicht in kürzester Zeit den Anschluss verpassen, sollte man sich auch noch ständig weiterbilden.
Lernen – ein Muss für dauerhaften beruflichen und privaten Erfolg
das haben die Macher von ShortBooks klar erkannt. Nun ist diese Erkenntnis nicht gerade fundamental neu und schon von daher nicht ausreichend, Sie unruhig auf dem Stuhl herumrutschen zu lassen. Aus dem Schneider sind Sie deshalb aber noch lange nicht:
Die Zeiten haben sich geändert!
Wenn Sie nicht ständig dazulernen, gehören Sie sehr schnell zum alten Eisen – im privaten wie beruflichen Bereich!
Sehen Sie? Altes Eisen, und zwar ruckzuck! Auch privat! »Um Gottes Willen«, werden Sie vielleicht erschrocken fragen, »muss ich jetzt etwa allen Ernstes Bibliotheken und Volkshochschulen konsultieren, Seminare und Vorträge buchen, 3sat und Arte schauen anstatt RTL?« Keine Angst, mit dem Schlimmsten müssen Sie nicht gleich rechnen, weil jetzt kommt die ShortBooks-Methode ins Spiel:
Sichern Sie sich hier den Zugriff auf monatlich 16 neue Buchzusammenfassungen und erleben Sie, wie Sie sich in nur 15 Minuten den Inhalt eines ganzen Buches professionell und dauerhaft einprägen können. Und das Ganze wird Ihnen sogar vorgelesen!
Na, wie hört sich das an? Und wenn Sie jetzt befürchten, Musils »Mann ohne Eigenschaften«, Prousts »Suche nach der verlorenen Zeit« und andere Kaliber der Weltliteratur wären schließlich auch als Kurzfassung noch anstrengend genug, dann wird Sie ein Blick auf die Neuerscheinungen vielleicht beruhigen: Dort finden sich Titel wie »Angelina Jolie« von Brandon Hurst, »Telefonpower« von Claudia Fischer oder Frieder Lauxmanns »Vom Nutzen des unnützen Denkens«. Allesamt Werke, deren wenigstens überblicksartige Kenntnis unverzichtbar ist, wenn Sie demnächst nicht frierend im Abseits stehen wollen – privat wie beruflich! Sie kennen das ja:
Ein Kollege, Chef oder Bekannter sagt etwas zu Ihnen und Sie können nur ausweichen, weil Sie über das Thema nichts wissen? Peinlich, nicht? Sagen Sie nicht auch manchmal »Ja, das neue Buch von Autor X, die Hintergründe über das aktuelle Thema Y, und wie ich mich am besten beruflich und privat weiterentwickle … sollte ich mal lesen, wenn ich Zeit habe … Die habe ich aber nicht!« Und deswegen fehlt Ihnen oft das Ass im Ärmel.
So geht das quasi jedem:
Die Menschen, die ShortBooks lesen, reichen von Führungskräften über Selbständige bis hin zu Angestellten, Hausfrauen und Studenten.
Außen vor bleiben ausschließlich die beiden Gruppen mit ausreichend Zeit für Longbooks: Kleinkinder und Rentner. Sie müssen übrigens nicht befürchten, sich zu blamieren, wenn Sie Gäste empfangen – es gibt keine verräterisch schmalen Büchlein fürs heimische Regal, die Shortbooks kommen wahlweise im bequemen MP3-, Palm- oder PDF-Format. Auch die Qual der Wahl bleibt Ihnen erspart:
… derzeit stehen Ihnen die ShortBooks nur per Abonnement im Internet zur Verfügung. Dies ermöglicht uns, Sie immer innerhalb kürzester Zeit mit dem Besten und Neuesten zu versorgen, ohne lästige Druck- und Redaktionsschlussfristen beachten zu müssen. Abonnenten erhalten jeden Monat Zugriff auf neue ShortBooks.
Na dann nichts wie los. Sie werden staunen, wie sich alle um Sie scharen werden, bei der nächsten Party, wenn Sie mir Ihren neu erworbenen Kenntnissen auftrumpfen!
#1 | hewi | 26.10.07, 14:06
Gute Site, aber dem Artikel kann ich als Bücherwurm nicht zustimmen. Es ist vielmehr ein untrügliches Zeichen unserer oberflächlichen Zeit, daß es solche “Shortbooks” gibt. Früher gab´s von Readers Digest Ausgaben, die auch gekürzt waren, sozusagen Weltliteratur ohne vollen Inhalt für gestresste Karrieristen von heute. Nein, lesen bleibt für mich offline, ein Buch muss ich in Händen halten (auch Zeitschriften, Magazine). Pisa-Studien zeigen uns ja wohin eine sich nur mehr mit Schlagwörtern, Headlines, Kurztexten und Oberflächlichkeit zufriedengebende Gesellschaft steuert. Egal ob Musik, Literatur, TV, Kino: Qualität braucht Raum und Zeit, sich lebenslang bilden und niveauvolle Unterhaltung geniessen ist gerade im Info-Overkill wichtiger denn je. Angesichts dieser Aspekte sind Shortbooks nur abzulehnen.
#2 | Silkchen | 14.01.08, 19:57
Wenn jemand das braucht, meinetwegen. Muss ja jeder selbst wissen.
Es könnte nur peinlich werden, wenn jemand sich mit seinen “Wissen”
zu einem Buch brüstet und das Gespräch kommt auf speziellere Aspekte.
Ich nehm mir da lieber die Zeit und les ein gutes Buch von Anfang bis Ende,
mag sein dass ich dann nicht auf Parties angeben kann, weil ich die ganze Zeit lese. Aber das ist dann meine persönliche Form von Luxus!
#3 | Andrea | 14.03.08, 07:18
Hm, na es geht ja nicht darum mit seinem Wissen zu prahlen.. In erster Linie sollen Shortbooks dazu dienen einen Überblick über ein Buch zu bekommen. Wie bei getabstract (das sogar von der bpb genutzt wird). Und es bietet eine Entscheidungshilfe, ob man das Buch dann letztendlich wirklich kaufen sollte oder nicht…